Jesusfreundschaft statt innerer Leere am 2. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Die Johannesjünger fragen Jesus, wo er wohne. Jesus sagt: Kommt und seht!

Die Johannesjünger fragen Jesus, wo er wohne. Jesus sagt: Kommt und seht!

Ich hörte den Soziologen und Philosophen Zygmunt Bauman in Kreuz und Quer und fand es interessant, was er zu unserem europäischen Leben sagt. Das Interview ist am Ende einer Doku über die unglücklichen Schweden, die das Ich über alles stellen.

Ist die Vereinsamung das Ziel?
Wenn Menschen alleine in ihren Wohnungen sterben und erst nach Monaten gefunden werden, dann wird unsere Gesellschaft angeklagt: Warum haben die Nachbarn nichts gemerkt? Gab es keine Gemeinschaft in der Nachbarschaft? Aber diese Vorwürfe greifen zu kurz. Die Vereinsamung wird hervorgerufen, weil die meisten nur „unabhängig“ leben wollen. Neben dem sinnvollen Streben gibt es das krankhafte Streben nach Unabhängigkeit, das Liebe, Beziehung und Gemeinschaftssinn verhindert. Das Selbst oder das Ich wird über alles gestellt.
Zygmunt Bauman sagt: „Ein glückliches Leben heißt Schwierigkeiten überwinden. Wir haben alles. Aber eines fehlt: Teil einer Gemeinschaft zu sein. Das muss man selbst schaffen. Je „unabhängiger“ man ist, desto weniger ist man in der Lage, diese Unabhängigkeit durch eine sehr angenehme gegenseitige Abhängigkeit zu ersetzen. Am Ende der Unabhängigkeit steht also nicht etwa das Glück, sondern die Leere, die Bedeutungslosigkeit des eigenen Daseins und absolute, vollkommene unvorstellbare Langeweile.
Ich denke mir, Jesus heilt uns von Langeweile und führt uns alle zur Gemeinschaft mit ihm. Die Jesusfreundschaft füllt die trübe innere Leere auf.

Hier kommt die gute Nachricht zum Sonntag: Jesus, wo wohnst du?
Die Johannesjünger fragen Jesus, wo er wohne. Jesus sagt: Kommt und seht! Jesu Heimat ist hier auf Erden und bei seinem Vater im Himmel. Das sollen sie sehen. Dabei sagt er ihnen, wer sie sind. Dem Petrus erklärt er, wer er ist, nämlich Fels in der messianischen Zeit.:
In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte (Christus). Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels (Petrus). (Evangelium nach Johannes 1, 35-42)

Wir laden ein:
2. Sonntag im Jahreskreis, 14. Jänner 2018, 9:00, Gottesdienst + SC Kaffee im Barat-Saal.
3. Sonntag im Jahreskreis, 21. Jänner 2018, 9:00, Gottesdienst + SC Kaffee im Barat-Saal. Musikalische Gestaltung: Saxophonquartett von Mag. Manfred Schwingshandl mit anschließendem Konzert.

1.Lesung, aus dem ersten Buch Samuel: Rede, Herr, dein Diener hört.
Der Sinn des Lebens kommt vom Hören: Was wirklich entscheidend ist, können wir uns selbst nicht sagen. Wir können es uns nur sagen lassen. Und dafür müssen wir hellwach sein wie Samuel, der Gottes Stimme hört und ein Leben mit Gott beginnt.:
In jenen Tagen schlief der junge Samuel im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! Samuel kannte den Herrn noch nicht und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört. Samuel wuchs heran und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt. (Samuel 3, 3b-10.19)

2. Lesung aus dem ersten Brief des Apostel Paulus an die Korinther: Mein Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes
Das Christentum ist nicht leibfeindlich. Der Leib ist nicht der Ort des Bösen. Der Leib darf nicht abgetötet werden. Er ist der Ort, in dem der Heilige Geist wohnt. In ihm gelangen wir in Beziehung zu Gott.:
Brüder und Schwestern! Der Leib ist nicht für die Unzucht da, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib. Gott hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns auferwecken. Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Wer sich an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm. Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib! (1 Kor 6, 13c-15a.17-20)

Informationen:
Doku „Liebe in Schweden“ mit Zygmunt Bauman
Buchvorstellung in Ö1 von Zygmunt Bauman
Zehn Tage Kontemplative Exerzitien und Tage der Stille 2018 im Kapuzinerkloster Irdnig
Fünf Tage Schweigeexerzitien im Stift Göttweig
Mission Manifest 10 Thesen für das Comeback der Kirche
Tagesevangelium der Erzabtei St. Martin in Beuron
Evangelium Tag für Tag, für Handys gibt es davon eine APP (Evangelizo).
Die Gottesdienst-App „1000 Kirchen“ gibt es kostenlos in den App-Stores der Handys und Tablets. 1400 Kirchen in Wien, Weinviertel und Industrieviertel von NÖ mit ihren Gottesdiensten.
Die Bischöfe Österreichs laden ein, jeden Tag für einen Jugendlichen zu beten.
Lesungen und Evangelium des Sonntags und der Feiertage im Bibelwerk.

Liebe Grüße und für dich: Lebendige Gemeinschaft!
Hannes Daxbacher
Sacré Coeur Cafétier und Ostiarius
Katholische Gottesdienstgemeinde Sacré Coeur, 3021 Pressbaum, Klostergasse 12, Österreich

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s