Ist es notwendig, dass ich Gott bitte? – Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

BetendeKann ich Gott um etwas bitten und kann ich darauf vertrauen, dass er hilft? Ich habe immer geglaubt, dass er aus Liebe ohnehin das Gute bewirkt. Wozu, so habe ich gedacht, soll ich ihn noch dazu bitten? Bei den Fürbitten in der Kirche dachte ich, dass wir um etwas bitten, was er macht und wir stimmen uns in diese Richtung ein. Dass die Bitten eine Auswirkungen auf unser Leben haben, glaubte ich immer: Ich werde getröstet, habe eine intensivere Gottesbeziehung, werde vor Hochmut und Einsamkeit bewahrt.

Jetzt habe ich aber vieles über das Bittgebet gelesen und bin überzeugt, dass Gott wirklich hilft, wenn ich ihn bitte. Er will wissen, was wir wollen. Er nutzt dazu die Spielräume der Welt und will mit uns gemeinsam und auf unsere Bitte hin etwas Gutes bewirken. Wenn wir allein die Knoten der Übel lösen wollen, kommen noch schlimmere Knoten zustande. Hier trifft das Jesuswort: „Wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut“ (Mt 12,30). Oder: „Wer nicht mit mir Knoten löst, wird sie vermehren.“ Ich bitte deswegen Jesus, die Knoten in mir und um mich zu lösen.

Meine Bitten: Ich bitte Gott, dass er einem jungen Mann hilft, seinen beruflichen Weg findet. Ich bitte Gott, dass er einer kranken Frau in ihrer Not beisteht. Ich bitte Gott, dass er mich nicht neidisch werden lässt. Ich bitte Gott, dass ein Freund gesund wird. Ich bitte Gott, dass eine Frau wieder zu Gott findet. Ich bitte Gott, dass eine Ehe wieder geheilt wird. Ich bitte Gott, dass eine Flüchtlingsfrau Ausbildung, Arbeit und Wohnung findet. Ich bitte Gott, dass die Politiker und Politikerinnen in Österreich Gutes für das Land und seine Bewohner tun können. Ich bitte Gott, dass die katholische Kirche Frauen zu Priesterinnen weiht. Ich bitte Gott für die Briten, dass sie eine gute Lösung für ihr Brexitproblem finden. Ich bitte Gott, dass ein Arbeitsloser nicht alkoholsüchtig wird und eine Aufgabe findet.

Wir laden ein:
28. Juli 2019 17. Sonntag im Jahreskreis, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
4. August 2019 18. Sonntag im Jahreskreis, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee

Das ist die gute Nachricht:
Wenn ich bitte, hilft mir Gott und meinen Mitmenschen!
Christen bitten im Vater Unser um die Gottesnähe. Das ist gefährlich. Schon die Schlange im Paradies sagt: „Ihr werdet sein wie Gott“. Deswegen geht es im zweiten Teil um die Vergebung und die Bewahrung vor der Versuchung. Nach dem Vater Unser lädt uns Jesus ein, Gott um alles zu bitten. Er hilft.
Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat! Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Gib uns täglich das (überwesentliche) Brot, das wir brauchen! Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung!

Der Freund wird ihm geben, was er braucht

Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.

Der Vater wird seinem Sohn keine Schlange geben

Oder welcher Vater unter euch, den der Sohn um einen Fisch bittet, gibt ihm statt eines Fisches eine Schlange oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten. (Erklärung im Bibelwerk: Lukas 11,1-13)

Ich kann Gott bitten und er handelt!
Abraham bittet für die Gerechten der Stadt Sodom und Gott geht auf seine Bitten ein. Wenn es Gerechte in der Stadt gibt, dann wird es keine Katastrophe geben. Abraham handelt von fünfzig auf zehn Gerechten herunter. Im Judentum braucht es zehn, um einen Sabbatgottesdienst feiern zu können.
Lesung aus dem Buch Genesis.
In jenen Tagen sprach der HERR zu Abraham: Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, ja, das ist angeschwollen und ihre Sünde, ja, die ist schwer. Ich will hinabsteigen und sehen, ob ihr verderbliches Tun wirklich dem Klagegeschrei entspricht, das zu mir gedrungen ist, oder nicht. Ich will es wissen. Die Männer wandten sich ab von dort und gingen auf Sodom zu. Abraham aber stand noch immer vor dem HERRN. Abraham trat näher und sagte: Willst du auch den Gerechten mit den Ruchlosen wegraffen? Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte in der Stadt: Willst du auch sie wegraffen und nicht doch dem Ort vergeben wegen der fünfzig Gerechten in ihrer Mitte? Fern sei es von dir, so etwas zu tun: den Gerechten zusammen mit dem Frevler töten. Dann ginge es ja dem Gerechten wie dem Frevler. Das sei fern von dir. Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben? Da sprach der HERR: Wenn ich in Sodom fünfzig Gerechte in der Stadt finde, werde ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben. Abraham antwortete und sprach: Siehe, ich habe es unternommen, mit meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.
Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf. Wirst du wegen der fünf die ganze Stadt vernichten? Nein, sagte er, ich werde sie nicht vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde. Er fuhr fort, zu ihm zu reden: Vielleicht finden sich dort nur vierzig. Da sprach er: Ich werde es der vierzig wegen nicht tun. Da sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich weiterrede. Vielleicht finden sich dort nur dreißig. Er entgegnete: Ich werde es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde. Darauf sagte er: Siehe, ich habe es unternommen, mit meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich dort nur zwanzig. Er antwortete: Ich werde sie nicht vernichten um der zwanzig willen. Und nochmals sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich nur noch einmal das Wort ergreife. Vielleicht finden sich dort nur zehn. Er sprach: Ich werde sie nicht vernichten um der zehn willen. (Erklärung im Bibelwerk: Gen 18,20-32)

Ich freue mich: Gott hat mich mit Christus lebendig gemacht
In der Bibelwissenschaft besteht heute Einigkeit darüber, dass der Kolosserbrief nicht von Paulus selbst, sondern von einem unbekannten Paulusschüler verfasst wurde. Er sagt, dass die Schuld weg ist, uns niemand mehr anklagen wird und Gott uns lebendig gemacht hat – mit Christus.
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Kolossä:
Schwestern und Brüder! Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. Ihr wart tot infolge eurer Sünden und euer Fleisch war unbeschnitten; Gott aber hat euch mit Christus zusammen lebendig gemacht und uns alle Sünden vergeben. Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben. Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat. (Erklärung im Bibelwerk: Kol 2,12-14)

Informationen:
. „Bittet, und ihr werdet empfangen“: Das Bittgebet in der aktuellen religionsphilosophischen Debatte von Christoph J. Amor
. Eine Woche Frei-Zeit mit Jesus vom 18.-24. August in Windischgarsten: Die katholische Charismatische Erneuerung bietet eine Wohltat für Seele und Geist an.
. KEY2LIFE Festival 22.-25- August 2019 im Schlosspark Marchegg
. Wolfgang Aumann lädt am Samstag, 14. September 2019 zu einer Sacré-Coeur-Wallfahrt nach Maria Taferl ein. Anmeldung bei Maria und Wolfgang Aumann.
. In einer politisch turbulenten Zeit wird für die Politiker und Politikerinnen Österreichs gebetet: www.prayforaustria.at .
. Hilfe für Arme Caritas
.Hilfe für verfolgte Christinnen und Christen
. Glauben. Leben heißt die App für Handys der Erzdiözese Wien mit Evangelium zum Tag, den Gottesdiensten der Umgebung, interaktiven Gebeten und den Tagesheiligen.
. Die Bischöfe Österreichs laden ein, jeden Tag für einen Jugendlichen zu beten.

Liebe Grüße und für dich: Erfüllt vom Heiligen Geist!
Hannes Daxbacher

Sacré Coeur Cafétier und Ostiarius (Türöffner)

Katholische Gottesdienstgemeinde Sacré Coeur, 3021 Pressbaum, Klostergasse 12, Österreich
Unsere Priester:
Schulseelsorger und Kirchenrektor Mag. Michael Scharf Tel. +43 664 515 52 45, m.scharf@edw.or.at
Emer. Domdekan Konsistorialrat Prälat Karl Rühringer k.ruehringer@edw.or.at
Unser Diakon: Mag. Wolfgang Aumann wolfgang.aumann@aon.at

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