Vertiefte Achtsamkeit 30. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

Florian und Gerda sind seit sieben Jahren verheiratet. Sie haben kleine Buben mit 5 und 2 Jahren. Florian reitet sehr gern auf den Fehlern anderer herum. Wenn Gerda ihn auf einen Fehler aufmerksam macht, sieht er das zwar ein, meint aber, dass Gerda auch einen Fehler gemacht hat. Gerda ist dann verärgert, und findet es nicht richtig, dass Florian ihr etwas vorhält, das schon lange zurückliegt. Sie hofft, dass er einfach nur sagt: „Ja, tut mir leid, das war mein Fehler.“ Mehr nicht. Auch in der Beziehung mit Gott spiegelt sich das wider, denn er gibt Gott gerne die Schuld.

Gerda freut sich über ihre Leistungen. Sie war immer eine der besten Schülerinnen, bekam auch im Studium viel Bestätigung, machte im Beruf Karriere und dann kam sie durch die zwei kleinen Kinder in die Krise. Jetzt muss sie sich zurücknehmen und für ihre Kinder da sein. Das fällt ihr sehr schwer. Sie bekommt jetzt als Mutter nicht diese Bestätigung, die sie im Beruf bekommt. Sie arbeitet jetzt weniger und sehnt sich nach mehr Bestätigung im Beruf. Sie vergleicht sich mit anderen Frauen und mit ihrem Partner und weiß nicht, wie sie Mutter sein und trotzdem ihre Selbstwirksamkeit ausbauen kann.

Der Umschwung kommt, als sie bemerkt, dass sie mit ihrer Lebensgeschichte einzigartig ist und sie nicht neidisch sein muss. So kann sie immer besser und in Ruhe die Entwicklung ihrer Kinder verfolgen. Dieses Wahrnehmen ihrer Einzigartigkeit hilft ihr sehr. Auch die Beziehung zu Gott bekommt eine neue Qualität. Sie merkt: Er akzeptiert sie, fördert ihre Kreativität und vertieft ihre Achtsamkeit.

Wir laden ein:
27. Oktober 2019, 30. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
Zeitumstellung: Um 3 Uhr wird der Zeiger um eine Stunde zurück auf 2 Uhr und damit wieder auf die normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) gestellt. Die Nacht wird dadurch eine Stunde länger. Für den Tagesverlauf bedeutet die Zeitumstellung, dass es morgens wieder früher hell und abends früher dunkel wird.
Freitag, 1. November 2019, Allerheiligen, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee, 3. November 2019, 31. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee

Hier kommt die gute Nachricht zum Sonntag:
Gott, bitte hilf mir!
Jesus stellt den Jüngern in der Lehrgeschichte zwei Personen im Tempel gegenüber. Der eine lobt sich und verachtet andere. Der andere weiß um seine Sünden und bittet Gott, er solle ihm gnädig sein. Der zweite ging mit Gott nach Hause, der erste nicht.
In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Gleichnis: Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und sprach bei sich dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause hinab, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Evangelium nach Lukas 18,9-14 Erklärung im Bibelwerk)

Du, mein Gott, bist mein Trost!
Jesus Sirach sammelt die Erfahrungen mit Gott, der sich der Armen annimmt und sich nicht von Reichen und ihren religiösen Leistungen bestechen lässt. Der Jammer der Witwe und das Gebet des Demütigen kommt zu Gott. Sie brauchen Geduld, dann werden sie von Gott getröstet. – Auch du.
Lesung aus dem Buch Jesus Sirach:
Der Herr ist Richter und es gibt vor ihm kein Ansehen der Person. Er bevorzugt niemanden gegenüber einem Armen, die Bitte eines ungerecht Behandelten wird er erhören. Er missachtet nicht den Hilferuf der Waise und die Witwe, wenn sie ihren Jammer ausschüttet. Wer Gott wohlgefällig dient, wird angenommen und seine Bitte dringt bis in die Wolken. Das Gebet eines Demütigen durchdringt die Wolken, und bevor es nicht angekommen ist, wird er nicht getröstet und er lässt nicht nach, bis der Höchste darauf schaut. Und er wird für die Gerechten entscheiden und ein Urteil fällen. (Erklärung im Bibelwerk: Sir 35,15b-17.20-22a)

Gott, hilf meinen untreuen Freunden!
Der Autor versetzt sich in die Situation des Paulus. Bei seiner ersten Verteidigung ist niemand für ihn eingetreten. Alle haben ihn im Stich gelassen. Trotzdem bittet er, dass ihnen das nicht angerechnet wird. Das ist Liebe! Das ist Vergebung! Der Herr wird ihn in sein himmlisches Reich retten.
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus:
Mein Sohn!
Ich werde schon geopfert und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt. Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sein Erscheinen ersehnen. Bei meiner ersten Verteidigung ist niemand für mich eingetreten; alle haben mich im Stich gelassen. Möge es ihnen nicht angerechnet werden. Aber der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Völker sie hören; und so wurde ich dem Rachen des Löwen entrissen. Der Herr wird mich allem bösen Treiben entreißen und retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei die Ehre in alle Ewigkeit. Amen.
(Bibelwerk: 2Tim 4,6-8.16-18)

INFORMATIONEN:
. In einer politisch turbulenten Zeit wird für die Politiker und Politikerinnen Österreichs gebetet, damit der Heilige Geist sie inspiriert: www.prayforaustria.at. W. Sandler: Wenn wir beten, kann Gott helfen.
. Hilfe für Arme, angeregt von Heiligen Geist: Caritas
. Hilfe für Christinnen und Christen in Not. Der Heilige Geist ist ihr Beistand in der Not.
. Glauben. Leben heißt die App für Handys der Erzdiözese Wien mit Evangelium zum Tag, den Gottesdiensten der Umgebung, interaktiven Gebeten und den Tagesheiligen.
. Die Bischöfe Österreichs laden ein, jeden Tag für einen Jugendlichen zu beten.

Liebe Grüße, mein Wunsch für dich: Deine Klage soll von Gott erhört werden!
Hannes Daxbacher

Sacré Coeur Cafétier und Ostiarius (Türöffner)

Katholische Gottesdienstgemeinde Sacré Coeur, 3021 Pressbaum, Klostergasse 12

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