Hannes glaubt an ein Leben nach dem Tod in Fülle – 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

Man soll seine Fehler lieben. Das war die Pointe einer Geschichte, die mir meine Frau erzählte. Ein Klavierlehrer sagte dies seiner schon betagten Schülerin, die krampfhaft versuchte, einen Fehler auszubessern. „Nein, bessern Sie das nicht aus, lieben Sie den Fehler!“ Ich habe einen Fehler, den ich nicht liebe. Ich neige dazu, in Diskussionen zu übertreiben. So geschehen bei einer Bibelrunde, wo es um das Weiterleben nach dem Tod ging. Ich meinte, dass wir nach dem Tod eine Art Zeit erleben. Eine Teilnehmerin wies darauf hin, dass ein bekannter Theologe sagte, es gäbe nach dem Tod keine Zeit. Darauf ich: Das ist ein Blödsinn! Diese Bemerkung war ein Fehler von mir und ich fühlte mich nach dem Treffen sehr geknickt. Solch einen Fehler kann ich nicht lieben. Ich muss ein wenig vorsichtiger sein bei dem, was ich sage.

Aber worum ging es bei dem Gespräch? Eine Teilnehmerin brachte das schöne Bild von einem verschlossenen Menschen, der sich nach dem Tod durch die liebevolle Wärme Gottes öffnet. Einer meinte, dass es schon eine Hölle gibt, und man soll auf die Hinweise der Muttergottes achten. Einige fragten, ob es nach dem Tod einen Ort für die Hölle gibt, oder nur einen Zustand. Das war der Punkt, wo ich mich einmischte. Meine Gedanken und meine Wahrnehmungen, auch nach meinem Tod, brauchen doch einen Raum, einen Ort und eine Zeit. Gott, so sagte ich, macht eine neue Schöpfung für unser Leben. Raum und Zeit sind Bedingungen für menschliches Leben. Albert Einstein sah, dass Raum und Zeit zusammenhängen. Wenn Gott uns liebt, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er uns nach dem Tod die Lebensbedingungen von Raum und Zeit nicht zugesteht. Er gibt uns ja ein Leben in Fülle und da ist alles da, was wir brauchen. Jesus sagt im Sonntagsevangelium: Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

Wir laden ein:
17. November 2019, 33. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst + Chor mit Wolfgang Aumann, 8:30 Probe beim Klavier + Sacré Coeur Kaffee
24. November 2019, 34. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst, Christkönigsfest + Sacré Coeur Kaffee

Hier kommt die gute Nachricht zum Sonntag:
Mir wird kein Haar gekrümmt werden

 Jesus ist ein Realist und sieht, dass es auf dieser Erde immer Verfolgung, Kriege und Katastrophen geben wird. Aber seine Botschaft lebt vom Trost und von der Zuversicht. Wir brauchen nicht erschrecken, er gibt uns die richtigen Worte und wir werden das Leben gewinnen.

In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schön bearbeiteten Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es werden Tage kommen, an denen von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleibt, der nicht niedergerissen wird. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und was ist das Zeichen, dass dies geschehen soll? Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach! Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Volk wird sich gegen Volk und Reich gegen Reich erheben. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Aber bevor das alles geschieht, wird man Hand an euch legen und euch verfolgen. Man wird euch den Synagogen und den Gefängnissen ausliefern, vor Könige und Statthalter bringen um meines Namens willen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch also zu Herzen, nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen. (Evangelium nach Lukas 21, 5-19 und Erklärung im Bibelwerk)

Ich mache Freudensprünge wie die Kälber, wenn sie aus dem Stall kommen!

Ich entscheide mich für Gott und gegen Überheblichkeit. Der Prophet Maleachi bringt die Botschaft von Gott: Alle Frevler, die gegen die Gemeinschaft und gegen Gott kämpfen, werden umkommen. Die geflügelte Sonne wir von Gott beauftragt, Gerechtigkeit und Heilung zu bringen.

Lesung aus dem Buch Maleachi:
Seht, der Tag kommt, er brennt wie ein Ofen: Da werden alle Überheblichen und alle Frevler zu Spreu und der Tag, der kommt, wird sie verbrennen, spricht der HERR der Heerscharen. Weder Wurzel noch Zweig wird ihnen dann bleiben. Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und ihre Flügel bringen Heilung. (Ihr werdet hinausgehen und Freudensprünge machen wie Kälber, die aus dem Stall kommen.) (Erklärung im Bibelwerk: Maleachi 3,19-20b)

Wer nicht arbeiten will, soll nicht essen

In der Gemeinde in Thessalonich gibt es Mitglieder, die andere ausnutzen und zum Parasiten werden. Sie finden gewisse Arbeiten unter ihrer Würde und lassen die anderen für sie arbeiten.

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessalonich:
Schwestern und Brüder!
Ihr selbst wisst, wie man uns nachahmen soll. Wir haben bei euch kein unordentliches Leben geführt und bei niemandem unser Brot umsonst gegessen; wir haben uns gemüht und geplagt, Tag und Nacht haben wir gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen. Nicht als hätten wir keinen Anspruch auf Unterhalt; wir wollten euch aber ein Beispiel geben, damit ihr uns nachahmen könnt. Denn als wir bei euch waren, haben wir euch geboten: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten. Diesen gebieten wir und wir ermahnen sie in Jesus Christus, dem Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr eigenes Brot zu essen. (Bibelwerk: 2Thess 3,7-12)

INFORMATIONEN:
. In einer politisch turbulenten Zeit wird für die Politiker und Politikerinnen Österreichs gebetet, damit der Heilige Geist sie inspiriert: www.prayforaustria.at. W. Sandler: Wenn wir beten, kann Gott helfen.
. Hilfe für Arme, angeregt von Heiligen Geist: Caritas
. Hilfe für Christinnen und Christen in Not. Der Heilige Geist ist ihr Beistand in der Not.
. Glauben. Leben heißt die App für Handys der Erzdiözese Wien mit Evangelium zum Tag, den Gottesdiensten der Umgebung, interaktiven Gebeten und den Tagesheiligen.
. Die Bischöfe Österreichs laden ein, jeden Tag für einen Jugendlichen zu beten.

Liebe Grüße, mein Wunsch für dich: Die Liebe auch nach dem Tod!
Hannes Daxbacher
Sacré Coeur Cafétier und Ostiarius (Türöffner) Katholische Gottesdienstgemeinde Sacré Coeur, A-3021 Pressbaum, Klostergasse 12

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