Zum Reichen kommt der Retter – 31. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

Ein reicher Mann merkt, dass ihm etwas fehlt. Aber was fehlt ihm? Er hat eine liebe Frau. Er hat liebe Kinder. Er hat ein schönes Haus. Er hat einige Angestellte und er hat ein gutes Einkommen. Was fehlt ihm? Was kann er noch erwarten? Er schaut herum und sucht. Er fragt sich: Was erwarten die anderen? Vielleicht hilft es ihm, wenn er genauer auf die anderen schaut.

Die Menschen laufen auf die Straße und erwarten jemanden. Sie sagen, er kommt auf dieser Hauptstraße. Er fragt einen, wen er erwartet. Er sagt, es ist Jesus, der viele geheilt hat. Er fragt nach, was er von Jesus hält. Dieser sagt, dass Jesus den Glanz vom Himmel bringt. Das macht ihn neugierig. Er bemerkt, dass er als kleiner Mensch nicht über die Menge blicken kann und steigt auf einen Baum. Die Äste drücken ihn. Da hört er das Schreien der Menge. „Er kommt!“ Er sieht einen Mann, der fast erdrückt wird von den Menschen. Da wendet sich dieser Jesus in seine Richtung und schaut auf ihn, den reichen Zöllner Zachäus. Er kommt unter den Baum und ruft zu ihm hinauf: „Zachäus, komm schnell herunter! Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“

Die Menschen um ihn sind verärgert, denn er, Zachäus war nicht einer von ihnen. Jesus hingegen meint beim gemeinsamen Essen: „Heute ist diesem Haus die Rettung geschenkt. Du gehörst dazu.“

Ich liebe diese Geschichte. Ich möchte Jesus auch zum Essen einladen. Heute. Ich habe für ihn aufgedeckt. „Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast.“

Wir laden ein:
3. November 2019, 31. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
10. November 2019, 32. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee

Hier kommt die gute Nachricht zum Sonntag: Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein

Zachäus wird angenommen und ernst genommen. Endlich. Da nennt ihn jemand beim Namen und möchte bei ihm zu Gast sein – bei ihm, dem Zöllner und Sünder! Und jetzt kann er sich öffnen, findet zu sich und den Mitmenschen, kreist nicht mehr um sich, sondern gibt mit frohem Herzen.

In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Und siehe, da war ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war reich. Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei, doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge; denn er war klein von Gestalt. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Und alle, die das sahen, empörten sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist. (Evangelium nach Lukas 19,1-10 und Erklärung im Bibelwerk)

Die ganze Welt ist ein Tautropfen!

Gott ist treu und kümmert sich um die Menschen. Dazu gehört auch seine Erziehung, die damals strenger gedacht wurde als heute. Gott hilft in Liebe und Güte. Er ist Freund des Lebens und will, dass sich die Menschen vom Bösen zum Guten wenden:

Lesung aus dem Buch der Weisheit:

Die ganze Welt ist ja vor dir wie ein Stäubchen auf der Waage, wie ein Tautropfen, der am Morgen zur Erde fällt. Du hast mit allen Erbarmen, weil du alles vermagst, und siehst über die Sünden der Menschen hinweg, damit sie umkehren. Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von dem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen. Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben oder wie könnte etwas erhalten bleiben, das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre? Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens. Denn in allem ist dein unvergänglicher Geist. Darum bestrafst du die Sünder nur nach und nach; du mahnst sie und erinnerst sie an ihre Sünden, damit sie sich von der Schlechtigkeit abwenden und an dich glauben, Herr. (Erklärung im Bibelwerk: Weish 11,22-12,2)

Gott, ich sehne mich nach dem wahren Leben!

Wir Christinnen und Christen sollen bei falschen Nachrichten einen kühlen Kopf bewahren. Verbunden mit Jesus suchen wir das Gute und das Wahre. Zum Schluss vollendet Gott unser Leben:

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessalonich:

Schwestern und Brüder!
Wir beten wir für euch, dass unser Gott euch eurer Berufung würdig mache und in seiner Macht allen Willen zum Guten und das Werk des Glaubens vollende. So soll der Name Jesu, unseres Herrn, in euch verherrlicht werden und ihr in ihm, durch die Gnade unseres Gottes und Jesu Christi, des Herrn. Brüder und Schwestern, wir bitten euch hinsichtlich der Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn, und unserer Vereinigung mit ihm: Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder einer Rede oder in einem Brief, wie wir ihn geschrieben haben sollen, behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da! (Bibelwerk: 2 Thess 1,11-2,2)

INFORMATIONEN:
. In einer politisch turbulenten Zeit wird für die Politiker und Politikerinnen Österreichs gebetet, damit der Heilige Geist sie inspiriert: www.prayforaustria.at. W. Sandler: Wenn wir beten, kann Gott helfen.
. Hilfe für Arme, angeregt von Heiligen Geist: Caritas
. Hilfe für Christinnen und Christen in Not. Der Heilige Geist ist ihr Beistand in der Not.
. Glauben. Leben heißt die App für Handys der Erzdiözese Wien mit Evangelium zum Tag, den Gottesdiensten der Umgebung, interaktiven Gebeten und den Tagesheiligen.
. Die Bischöfe Österreichs laden ein, jeden Tag für einen Jugendlichen zu beten.

Liebe Grüße, mein Wunsch für dich: Gott kommt zu Gast zu dir!
Hannes Daxbacher
Sacré Coeur Cafétier und Ostiarius (Türöffner)

Katholische Gottesdienstgemeinde Sacré Coeur, A-3021 Pressbaum, Klostergasse 12

In den Begegnungen schenkt sich Gott – 29. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

GottesbeziehungIch bitte Gott und was macht er?
Es gibt vieles, was ich erbitte und Gott erfüllt es nicht. Dann wiederum bitte ich ihn und er handelt, aber auf seine Weise. Ich kenne Menschen mit Krebs, die gläubig sind, beten, Behandlungen bekommen, abmagern und wieder gesund werden. Es gibt aber auch Glaubende, die ihr Herz Gott öffnen, krank werden und sterben. Dann gibt es wieder plötzliche Heilungen, Spontanremissionen, die Ärzte nicht erklären können. Der Natur gibt Gott das Wachsen und das sich Ordnen. Als Mensch bin ich mit meinem Körper ein Teil der Natur, kann dadurch krank werden – und ich werde auch sterben. Ich weiß mich dabei von Gott begleitet. Auch durch den Tod hindurch.

Unsere Bitten sind Einverständniserklärungen

Gott ist Freiheit und er gibt uns Freiheitsräume, die er nicht einschränkt. Als er Mensch geworden ist hat er Maria gefragt, ob sie einverstanden ist. Er greift nur ein, wenn wir unser Herz öffnen und zu seinem Willen „Ja“ sagen. Unsere Bitten sind Einverständniserklärungen, dass Gott etwas tun kann. Dadurch öffnet sich ein Handlungsspielraum für ihn. Es sind vor allem die Begegnungen, in denen Gott unsichtbar wirkt. Wenn ich mich ihm öffne, ändert er mein Inneres. Durch das Herz anderer kann Gott auf mich unbemerkt einwirken. Wenn ich Ja zu ihm sage, kann er, wenn er will, etwas in der Welt tun – und ich vieles mit ihm. Wir können untereinander, so glaube ich, Gottesmedien sein, durch die Gott bemerkt oder unbemerkt wirken, lieben und handeln kann.

Wir laden ein:
20. Oktober 2019, 29. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst, Missionssonntag, Chorgemeinschaft Purkersdorf / Wienerwald singt die Orgelsolomesse von Franz Aumann + Sacré Coeur Kaffee
27. Oktober 2019, 30. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen

Was tun? – Dritter Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B

Ein Satz kann einem die Augen öffnen. Am Sonntag sprach ich mit einer Freundin über meinen Bruder, der im Bett liegt, kaum reden kann und den ich betreue. Sie meinte, dass ich in meinem Bruder Jesus diene. Das hat mich gefreut. Ich bin jetzt mit anderen Augen durch den Alltag gegangen.
Ich habe gesehen, wie in einer Nebenstraße ein älterer Herr mit Rollator sich zu Buschwindröschen hinunterbeugte. Ich bemerkte, dass er sich nicht bücken konnte. Ich bin mit dem Auto stehen geblieben und habe ihm einen Buschen Blumen gepflückt. Er freute sich: „Buschwindröschen habe ich so gern.“
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in schwierigen Entscheidungen sinnvoll ist, den Beistand des Heiligen Geistes zu erbeten. Ich musste mich entscheiden, meinen 53jährigen Bruder in einem Pflegeheim anzumelden. Zurzeit bekommt er eine 24 Stunden-Pflege und muss wegen Entzündungen immer wieder ins Krankenhaus. Seine Wohnung im 2. Stock hat keinen Lift und ist für einen Rollstuhl zu eng. Ich muss immer wieder weite Strecken fahren, um ihn zu besuchen und die Pflegerinnen zu betreuen. Als ein Bett frei wurde, musste ich mich schnell entscheiden. Jetzt bin ich froh, dass er Morgen in ein sehr schönes „Sozialzentrum“ geführt wird, das ich auch leicht erreichen kann. Ich habe Bilder in sein Zimmer gebracht und hoffe, er lebt sich dort gut ein. Weiterlesen

Palmkätzchen für Jesus! Palmsonntag der Fastenzeit, Lesejahr B

Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. 5. Kreuzwegstation. Bild von Sieger Köder

Ich freue mich so für den Lehrer Akoto in Ghana: Der EDV-Lehrer hatte keinen Computer für seine Schüler und zeichnete stattdessen das Programm „Word“ an die Tafel. Eine Freundin machte das bekannt und es fanden sich Menschen, die seine Klassen mit Computern unterstützten. Microsoft lud Richard Appiah Akoto sogar zu einer Tagung für digitale Bildung nach Singapur ein. Er hat auf Facebook unter Owura Kwadwo Hottish ein Lied veröffentlicht: Singing Hallelujah, Amen, Amen. Jesus standing as the conquerer. … Saved by grace, not by might. … Singing Hallelujah, Amen, Amen.
Das Lied könnte am Palmsonntag gesungen werden, wenn Jesus unter Hosianna als Erlöser in Jerusalem und in die Kirche einzieht. In der folgenden Passionsgeschichte gefällt mir, dass Simon von Cyrene dem Sohn Gottes half das Kreuz zu tragen. Wenn ich an die Leidenden in meiner Umgebung denke, dann gibt es einige, die solche Simon von Cyrene sind. Weiterlesen

Die Grenzen der Naturwissenschaft – 5. Sonntag der Fastenzeit, Lesejahr B

Der Naturwissenschaftler Stephen Hawking sagte in seinem letzten Interview: „Versucht einen Sinn zu erkennen in dem, was ihr seht und fragt euch, was das Universum existieren lässt.“ Er glaubte, dass es ein Gesetz gibt, das aus der Schwerkraft das Universum entstehen lässt. Der Physiker Anton Zeilinger fragte daraufhin: „Wer hat das Gesetz erschaffen?“ Die Naturwissenschaft kann die Frage nach dem großen Sinnzusammenhang nicht beantworten. Gott kommt uns dabei entgegen. Die Menschwerdung Gottes hilft mir, in Beziehung zu dem großen Grund zu kommen und ihn mit „Du“ anzusprechen. Diese Augenblicke haben einen kleinen oder großen Vorgeschmack des Himmels in sich. Stephen Hawking wird in diesen Stunden „seinen“ Augenblick haben. Er wird vor seinem Schöpfer stehen und erkennen, wer das Universum existieren lässt und welchen Sinn das Ganze hat.
Jesus hatte vor dem Osterfest Augenblicke, in denen er sich ganz intensiv mit seinem Vater austauschte. Dies erlebte er so stark, dass es seine Seele erschütterte. Weiterlesen