Was tun? – Dritter Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B

Ein Satz kann einem die Augen öffnen. Am Sonntag sprach ich mit einer Freundin über meinen Bruder, der im Bett liegt, kaum reden kann und den ich betreue. Sie meinte, dass ich in meinem Bruder Jesus diene. Das hat mich gefreut. Ich bin jetzt mit anderen Augen durch den Alltag gegangen.
Ich habe gesehen, wie in einer Nebenstraße ein älterer Herr mit Rollator sich zu Buschwindröschen hinunterbeugte. Ich bemerkte, dass er sich nicht bücken konnte. Ich bin mit dem Auto stehen geblieben und habe ihm einen Buschen Blumen gepflückt. Er freute sich: „Buschwindröschen habe ich so gern.“
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es in schwierigen Entscheidungen sinnvoll ist, den Beistand des Heiligen Geistes zu erbeten. Ich musste mich entscheiden, meinen 53jährigen Bruder in einem Pflegeheim anzumelden. Zurzeit bekommt er eine 24 Stunden-Pflege und muss wegen Entzündungen immer wieder ins Krankenhaus. Seine Wohnung im 2. Stock hat keinen Lift und ist für einen Rollstuhl zu eng. Ich muss immer wieder weite Strecken fahren, um ihn zu besuchen und die Pflegerinnen zu betreuen. Als ein Bett frei wurde, musste ich mich schnell entscheiden. Jetzt bin ich froh, dass er Morgen in ein sehr schönes „Sozialzentrum“ geführt wird, das ich auch leicht erreichen kann. Ich habe Bilder in sein Zimmer gebracht und hoffe, er lebt sich dort gut ein. Weiterlesen

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Palmkätzchen für Jesus! Palmsonntag der Fastenzeit, Lesejahr B

Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. 5. Kreuzwegstation. Bild von Sieger Köder

Ich freue mich so für den Lehrer Akoto in Ghana: Der EDV-Lehrer hatte keinen Computer für seine Schüler und zeichnete stattdessen das Programm „Word“ an die Tafel. Eine Freundin machte das bekannt und es fanden sich Menschen, die seine Klassen mit Computern unterstützten. Microsoft lud Richard Appiah Akoto sogar zu einer Tagung für digitale Bildung nach Singapur ein. Er hat auf Facebook unter Owura Kwadwo Hottish ein Lied veröffentlicht: Singing Hallelujah, Amen, Amen. Jesus standing as the conquerer. … Saved by grace, not by might. … Singing Hallelujah, Amen, Amen.
Das Lied könnte am Palmsonntag gesungen werden, wenn Jesus unter Hosianna als Erlöser in Jerusalem und in die Kirche einzieht. In der folgenden Passionsgeschichte gefällt mir, dass Simon von Cyrene dem Sohn Gottes half das Kreuz zu tragen. Wenn ich an die Leidenden in meiner Umgebung denke, dann gibt es einige, die solche Simon von Cyrene sind. Weiterlesen

Die Grenzen der Naturwissenschaft – 5. Sonntag der Fastenzeit, Lesejahr B

Der Naturwissenschaftler Stephen Hawking sagte in seinem letzten Interview: „Versucht einen Sinn zu erkennen in dem, was ihr seht und fragt euch, was das Universum existieren lässt.“ Er glaubte, dass es ein Gesetz gibt, das aus der Schwerkraft das Universum entstehen lässt. Der Physiker Anton Zeilinger fragte daraufhin: „Wer hat das Gesetz erschaffen?“ Die Naturwissenschaft kann die Frage nach dem großen Sinnzusammenhang nicht beantworten. Gott kommt uns dabei entgegen. Die Menschwerdung Gottes hilft mir, in Beziehung zu dem großen Grund zu kommen und ihn mit „Du“ anzusprechen. Diese Augenblicke haben einen kleinen oder großen Vorgeschmack des Himmels in sich. Stephen Hawking wird in diesen Stunden „seinen“ Augenblick haben. Er wird vor seinem Schöpfer stehen und erkennen, wer das Universum existieren lässt und welchen Sinn das Ganze hat.
Jesus hatte vor dem Osterfest Augenblicke, in denen er sich ganz intensiv mit seinem Vater austauschte. Dies erlebte er so stark, dass es seine Seele erschütterte. Weiterlesen