Mir wird ganz anders: Der Geist schenkt uns Liebe! – Dreifaltigkeitssonntag. Lesejahr C

Die Babylonier glaubten an unzufriedene Götter, die Diener brauchten. Deswegen würden sie fleißige Menschen erschaffen, die ihnen dienen. Die Babylonier warfen sich vor schönen Götter-Statuen nieder. Die Juden lachten, weil sie fanden, dass die Statuen von Menschen gemacht sind. Sie glaubten an einen unsichtbaren Gott, der alles erschuf und keine anderen Götter neben sich hatte. Aber ist dieser einzige Gott nicht einsam und vielleicht traurig?
Als ich einem Freund vom einsamen und traurigen Gott erzählte, meinte er: „Das ist eine Nasenbohrer-Frage.“ Gott ist kein Mensch und deswegen kann ich nicht wissen, ob er einsam und traurig ist. Nun, da kann er Recht haben.

Die Geschichte geht weiter. Dieser unsichtbare Gott zeigte sich den Juden als Jesus und als Heiliger Geist. Diese zwei Personen waren überhaupt nicht einsam und traurig. Sie heilten die Kranken und richteten die Traurigen auf. Jesus und der Heilige Geist zeigten damit einen Gott, der in sich dreifach und dreifaltig ist. Dieser Gott freut sich in dieser Dreifaltigkeit, er tanzt in dieser Dreiheit. Er hat aus seiner tiefen Freiheit und aus seiner unbändigen Freude die Welt erschaffen. Am Ende werden wir Menschen alle diesen Tanz der Dreifaltigkeit sehen. Vielleicht auch mittanzen. Wer weiß.

Es gibt Kirchen, die dieser Dreifaltigkeit geweiht sind. Zwei sind mir ans Herz gewachsen, die Pfarrkirche Pressbaum und die Georgenbergkirche in Wien Liesing.
Die Gemeinde Georgenberg erinnerte in einem Fest an die große Österreicherin Margarethe Ottillinger (Bild), die jetzt 100 Jahre geworden wäre. 1948 wurde sie entführt und bis 1955 in einem sowjetischen Straflager festgehalten. Nach ihrer Befreiung beauftragte sie den Künstler Fritz Wotruba, die Kirche am Georgenberg zu errichten. In ihrem einzigartigen Leben bemerke ich das Wirken des Heiligen Geistes!

Wir laden ein:
16. Juni 2019 Dreifaltigkeitssonntag, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
23. Juni 2019 12. Sonntag im Jahreskreis, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen

Es laufen ihnen Freudentränen über die Wangen – Pfingstsonntag. Pfingstmontag Lesejahr C

BegeisterungJeder, der den Heiligen Geist erfährt, spürt Liebe und merkt, wie sehr man von Gott geliebt wird. Oder man empfindet plötzlich aufrichtige uneingeschränkte Herzens-Liebe für Andere. – Das sagt Daniela Pavlon, eine Caritasmitarbeiterin und Leiterin von Alpha-Kursen. Für mich sehr berührend sind ihre Schilderungen von Geist-Erlebnissen. „Viele Menschen spüren richtiggehend körperliche Auswirkungen – es wird ihnen zum Beispiel ganz warm. Oder es laufen ihnen Freudentränen über die Wangen, weil sie so berührt sind. Oder sie spüren in ihrem Herzen, dass gerade Heilung passiert oder dass sie Ängste ablegen. Viele Leute spüren aber auch im Moment der Heilig-Geist-Erfahrung wenig oder gar nichts, merken aber im Nachhinein, dass sich ihr ganzes Leben verändert, spüren, dass sie der Heilige Geist führt.“ Also egal ob die Begegnung mit dem Heiligen Geist ein Gefühl erzeugt oder nicht – eines ist sicher: Die Auswirkungen auf das eigene Leben sind immer grandios. (Nachzulesen in der Zeitung Der Sonntag, 9.6.2019).

8000 vor allem junge Teilnehmer treffen sich zu Pfingsten in Salzburg. Der Papst lädt katholische charismatische Gruppen zum Pfingst-Treffen in den Vatikan ein. Was passiert am Sonntag und am Montag im Sacré Coeur Pressbaum? Weiterlesen

Die Kirche reicht in das Jenseits – Sonntag der Heiligen Familie im Lesejahr C

Warum gehe ich am Sonntag in die Kirche? Ich liebe Gott. Ich fühle mich hingezogen. Aber ich habe mich auch dafür entschieden. Es gibt für mich gute Gründe, am Sonntag in die Kirche zu gehen. Ich nenne einmal drei. 1. Es ist wahr: Gott erschuf das Universum, gab der Natur Ziele und beschenkte uns mit seinem Sohn. Mit ihm als Grund kann ich mein Lebenshaus bauen. Der Gottesdienst vermittelt mir dies. 2. Sein Sohn nahm uns in seine Familie, die Kirche auf, die in das Jenseits reicht. Nach unserem Tod werden wir am himmlischen Mahl teilnehmen, ähnlich wie wir es jeden Sonntag machen. 3. Mein persönliches Gebet vereinigt sich mit dem Gottesdienst-Gebet der Kirche. Ich stimme mich ein auf diese göttliche „Liturgie“, die meiner Seele Licht, Freiheit und seelische Gesundheit gibt und mich vor Chaos, Unfreiheit und seelischer Krankheit bewahrt.
Ich danke Gott dafür, dass er uns den Sonntag und den Gottesdienst geschenkt hat. Weiterlesen

Befreit von Einsamkeit: Ehe zu dritt. – Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Ich höre von vielen Beziehungen, die zerrüttet sind. Nicht immer ist der Individualismus der Grund. Es kann die Paarbeziehung auch an der Überforderung zerbrechen. Wenn es hingegen gut geht und Frau und Mann sich im Raum der Liebe bewegen, kommt es zu einem wunderbaren Wesen: Ein Kind erblickt das Licht der Welt. Die Stabilität einer Beziehung hängt nicht nur davon ab, ob man sich füreinander entschieden hat, ob man einander liebt und Kinder auf den Weg bringt. Die Beziehung hält, wenn auch Gott die Herrlichkeit schenkt. Die Paare schauen nicht nur aufeinander, sondern auf den Vermittler der Liebe Gottes, auf Christus. Die Ehe besteht dann trotzdem nicht nur aus süßen Zeiten, aber meine Erfahrung zeigt mir, dass unsere Blicke in den weiten Horizont jenseits dieser Welt gehen müssen. Von dort kommt die Gnade des Gottes, der die dreifaltige Liebe tanzt. Die drei Figuren in Gott zeigen, dass zwei liebende Personen nur mit einer dritten Person eine Gemeinschaft bilden. So besteht auch die Ehe aus drei Personen, aus Frau, Mann und dem anwesenden unsichtbaren Gott. Daraus erwachsen Kinder – und Kreativität.

Wir laden ein:
27. Sonntag im Jahreskreis, 7. Oktober 2018, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee

28. Sonntag im Jahreskreis, 14. Oktober 2018, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen

Gott ist auferstanden! Ostersonntag, Lesejahr B

Der Auferstandene bei Jüngern in Emmaus

Der Auferstandene bei Jüngern in Emmaus

Jesus zeigt sich in seinem Auftreten als Gott. Bei seiner Taufe, bei den Heilungen, bei der Verklärung. Trotzdem wird er geschlagen. Gott wird ausgelacht und verspottet. Gott bekommt eine Dornenkrone aufgesetzt. Gott wird verurteilt. Gott wird gegeißelt. Gott muss sein Kreuz tragen. Gott fällt unter dem Kreuz. Gott begegnet seiner irdischen Mutter. Simon von Cyrene hilft Gott das Kreuz tragen. Gott begegnet den weinenden Frauen. Gott wird seiner Kleider beraubt. Gott wird ans Kreuz geschlagen. Gott stirbt als Mensch am Kreuz. Gott wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner irdischen Mutter gelegt. Der heilige Leichnam wird in das Grab gelegt.
Am dritten Tag steht Gott mit seinem menschlichen Leib auf. Das Grab ist leer. Gott kommt als Paradiesgärtner (wie zu Adam und Eva) zu Maria Magdalena. Gott erscheint den Jüngerinnen und Jüngern, bricht das Brot und isst mit ihnen Brot und Fisch. Gott ist auferstanden!
Die Royal Choral Society in England singt seit 1876 jeden Karfreitag Händels Messias in der Royal Albert Hall. Hier das Halleluja. Der Text: Halleluja! Denn Gott der Herr regieret allmächtig. Das Königreich der Welt ist fortan das Königreich des Herrn und seines Christ; und er regiert auf immer und ewig: Herr der Herrn, der Welten Gott. Halleluja! Weiterlesen

Der Tanz der göttlichen Dreifaltigkeit – 2. Sonntag der Fastenzeit, Lesejahr B

Verklärung Jesu RaphaelIch erinnere mich noch gut an eine Schülerin, deren Vater bei den Zeugen Jehovas war. Sie behauptete, dass in der Bibel nichts davon steht, dass Jesus auch Gott sei. Auch ein Freund vermutete, dass man das nicht in der Bibel findet. Das Evangelium zum Sonntag spricht da eine andere Sprache.
Anders als Moses wurde Jesus vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Aus der Wolke rief eine Stimme: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“ Das ist einer der vielen Hinweise, dass Jesus Gott ist.
Als Büchernarr habe ich mir heute das neue Buch von Richard Rohr „Der göttliche Tanz“ gekauft. Er erinnert an die Wüstenväter, die die Dreifaltigkeit als Kreistanz der Liebe beschreiben. Dieser Tanz ist voll liebevoller Begegnungen von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Ich glaube, dass wir in diese Liebesbeziehungen kommen, wenn wir unser Herz öffnen – und dann endgültig, wenn wir sterben. Weiterlesen