Hannes glaubt an ein Leben nach dem Tod in Fülle – 33. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

Man soll seine Fehler lieben. Das war die Pointe einer Geschichte, die mir meine Frau erzählte. Ein Klavierlehrer sagte dies seiner schon betagten Schülerin, die krampfhaft versuchte, einen Fehler auszubessern. „Nein, bessern Sie das nicht aus, lieben Sie den Fehler!“ Ich habe einen Fehler, den ich nicht liebe. Ich neige dazu, in Diskussionen zu übertreiben. So geschehen bei einer Bibelrunde, wo es um das Weiterleben nach dem Tod ging. Ich meinte, dass wir nach dem Tod eine Art Zeit erleben. Eine Teilnehmerin wies darauf hin, dass ein bekannter Theologe sagte, es gäbe nach dem Tod keine Zeit. Darauf ich: Das ist ein Blödsinn! Diese Bemerkung war ein Fehler von mir und ich fühlte mich nach dem Treffen sehr geknickt. Solch einen Fehler kann ich nicht lieben. Ich muss ein wenig vorsichtiger sein bei dem, was ich sage.

Aber worum ging es bei dem Gespräch? Eine Teilnehmerin brachte das schöne Bild von einem verschlossenen Menschen, der sich nach dem Tod durch die liebevolle Wärme Gottes öffnet. Einer meinte, dass es schon eine Hölle gibt, und man soll auf die Hinweise der Muttergottes achten. Einige fragten, ob es nach dem Tod einen Ort für die Hölle gibt, oder nur einen Zustand. Das war der Punkt, wo ich mich einmischte. Meine Gedanken und meine Wahrnehmungen, auch nach meinem Tod, brauchen doch einen Raum, einen Ort und eine Zeit. Gott, so sagte ich, macht eine neue Schöpfung für unser Leben. Raum und Zeit sind Bedingungen für menschliches Leben. Albert Einstein sah, dass Raum und Zeit zusammenhängen. Wenn Gott uns liebt, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er uns nach dem Tod die Lebensbedingungen von Raum und Zeit nicht zugesteht. Er gibt uns ja ein Leben in Fülle und da ist alles da, was wir brauchen. Jesus sagt im Sonntagsevangelium: Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen. Weiterlesen

Er hüpft mit uns 4. Adventsonntag im Lesejahr C

Maria und Elisabet freuen sichIch freue mich. Wenn Beziehungen auseinander gehen kommt es vor, dass man einer Seite die Schuld gibt. Umso mehr freue ich mich, als eine Bekannte erzählte, dass sie sich aufmachte und eine Verwandte mit ihrer Tochter besuchte. Sie musste sich sicher überwinden. Aber es wurde eine schöne und gute Begegnung.
Als Maria aus Nazaret ihre Verwandte besuchte, hüpfte das Kind im Bauch der schwangeren Elisabet. Das „Hüpfen“ des kleinen Johannes wird meistens einfach als Kindsbewegung gedeutet. Das Hüpfen und die große Freude sind aber die einzig angemessene Reaktion auf das Kommen von Christus. So hüpfen die Widder, die Berge und auch die Menschen. Die Lukasgemeinde erinnert sich an das Hüpfen gerade dann, wenn andere sie hassen: „Freut euch und hüpft an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein.“
Ich freue mich, wenn ich andern helfen kann. Ich bin aber schon lange nicht vor Freude gehüpft. Vielleicht kommt das wieder. Nachtrag: Ich werde doch zur Krippe gehen müssen. Weiterlesen