Was empört dich? – 3. Sonntag der Fastenzeit, Lesejahr B

die älteste Schneekugel im Wiener Schneekugelmuseum, ca. 1920, © ÖBL

Die älteste Schneekugel im Wiener Schneekugelmuseum, ca. 1920, © ÖBL

Der Tempel von Jerusalem war der Ort der Gottesbegegnung, an dem die Herrlichkeit Gottes wohnte. Die Armen mussten dort oft ihr letztes Geld geben.
Er wird oft mit einem Wallfahrtsort verglichen, an dem ich nicht nur bete, sondern auch meiner Frau Lebkuchenherzen und meiner Enkelin Schneekugeln kaufe. Die Händler sind aber nicht zu vergleichen mit den Geldwechslern und Opfertierhändler in Jerusalem. Wenn ein Jude unrein war, musste er ein Opfer bringen. Das war lebensnotwendig, um in der Gemeinschaft weiterleben zu können. Schneekugeln sind nur Andenken. Die Opfertiere waren keine Andenken, sie waren notwendig und konnten nur mit Tempelwährung bezahlt werden. Die Geldwechsler und Tierhändler bereicherten sich in unverschämter Weise an den Armen, die sich mit einem Opfer reinigen mussten. Die Tempel in der Antike waren ähnlich den heutigen Banken. Heute ist die Wall Street in New York die größte Wertpapierbörse der Welt. Täglich werden bis zu 8 Milliarden Dollar gehandelt.
Jesus verteibt die HändlerFür Jesus war der Bankbetrieb am Tempel von Jerusalem wie eine „Räuberhöhle“. Der Ort sollte ein Haus des Gebetes sein. Vielleicht bereichert sich heute auch jemand in unverschämter Weise an den Armen. Aber ob die Börsen ein Ort des Gebetes sein sollen ist mir nicht klar. Weiterlesen

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Liebe, Tod und Halloween – Allerheiligen und Allerseelen 1. November 2017 A

Jesus ist für dich auferstanden

Jesus ist für dich auferstanden

Eines ist sicher: Das Leben hier auf Erden hat ein Ende. Aber Gott will nicht, dass es endet. Er zeigt uns ein Leben nach dem Tod, in seiner Herrlichkeit, in seinem Paradies, in seiner himmlischen Stadt, in der er uns schon Wohnungen gesichert hat.

Denn das könnte einigen so passen, dass mit dem Tod alles aus ist. Dann wären das Leid und die Ungerechtigkeit für immer fixiert. Die Auferstehung ist die Antwort Gottes gegen Leid und Ungerechtigkeit. Sie ist der Protest Gottes gegen den oberflächlichen Umgang mit dem Tod. Er möchte auch noch ein Wörtchen mitreden, das nicht nur beim Wörtchen bleibt.
Diese zwei Tage erinnern uns an die Verstorbenen. An jene, die uns sehr nahe waren und noch sind.
Sie erinnern uns aber auch an unseren eigenen Tod.
Wir halten an Jesus Christus fest und halten damit unsere Hoffnung auf die Auferstehung wach.

Jesus öffnete die Tür in die Herrlichkeit

Jesus öffnet die Tür in die Herrlichkeit

Christus ist für jeden von uns von den Toten auferstanden und hat die Toten mit in die Herrlichkeit genommen. Er schloss die Tür der Herrlichkeit für alle Menschen auf, den Toten und den Lebenden. Allerheiligen und Allerseelen ist damit ein kleines Osterfest im Herbst.
Heilige werden verehrt (nicht angebetet), weil man gesehen hat, dass sie intensiv mit Gott und Christus gelebt haben. Das Volk Gottes, die Kirche nimmt an, dass sie relativ sicher schon in der Herrlichkeit Gottes sind.
Man muss nicht sterben um heilig zu sein. Alle, die in der Gegenwart mit Jesus Christus und dem Hl. Geist leben und Gott und den Nächsten lieben, sind jetzt schon heilig.
Viele bitten Gott in diesen Tagen, dass er den Verstorbenen und ihnen selber einen guten Übergang in die Herrlichkeit schenken möge.
Das Fest mit Gott ist ein Gemeinschaftsfest. Gott ist in sich selber Vater, Sohn und Geist. Wenn dann noch die Heiligen, die Verstorbenen, die Engel und alle mitfeiern, die zum Gottesdienst in der Kirche kommen, ist das dann ein großes wunderbares Volksfest. Weiterlesen

Mit ganzem Herzen! Am 30. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Liebe Gott und die Nächsten, die du siehstWas ist das wichtigste Gebot? Du sollst nicht töten? Nein. Du sollst Gott und den Nächsten lieben. Die Bekehrung in meinem Leben erlebte ich in einer Phase meines Lebens, als ich den politischen Forderungen nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung nachging.

Die Befreiung war, als ich sah, dass ich Gott und den Nächsten lieben soll. Für mich als Christ, der ich in der österreichischen katholischen Kirche groß geworden bin, war in den 80er Jahren Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung das zentrale Gebot. In allen Lebensbereichen erkannte ich die großen Herausforderungen, die dieses Gebot mit sich brachte. Ich fühlte mich dabei überfordert. Ich fragte mich: Was muss ich nicht noch alles tun? Ich wurde Gott sei Dank nicht depressiv. Es gab zwei befreiende Faktoren.
Die eine große Hilfe für mich war die Kreativität, die ich in meinem Beruf als Religionslehrer und die wir in unserer Familie pflegten.
Die andere Hilfe für mich wurde die Liebe zu Gott. In dieser Liebe erkannte ich, dass der dreifaltige Gott überall am Werk war. Er war so viel aktiver als ich. Ich durfte meine Grenzen anerkennen. Ich war nicht für alles und alle verantwortlich. Ich konnte zu ihm in voller Freiheit sagen: Dein Wille geschehe, führe mich und mach mit mir, was du willst. Du bist die große vernünftige Kraft und die wunderbare Liebe. (Wenn du willst, gehen wir Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung gemeinsam an.) Weiterlesen

Ich liebe dich und du kannst es! Am 29. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Sebastian Kurz und Christian Kern sind wie alle von Gott berufen an einer liebevollen Kultur zu bauen

Sebastian Kurz und Christian Kern sind wie alle von Gott berufen an einer liebevollen Kultur zu bauen.

Gott arbeitet im Hintergrund an der Welt und an uns. Diese Erfahrung habe ich heute gemacht. Ich wollte etwas zur Trennung von Politik und Religion schreiben. Aber als ich heute in der Früh mein Herz Gott öffnete, bekam ich eine bessere Idee: Wir sind doch alle von Gott berufen, auch die Politikerinnen und Politiker. Gott ist der beste Politikberater für Putin, Merkel, Trump, Kurz, Kern und Strache, wenn sie ihr Herz für ihn öffnen. Jesus sagt zu den Pharisäern: „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“. Die Pharisäer sollen ihr Herz nicht dem Kaiser, sondern Gott geben. Sie sollen in der Stille für Gott „da sein“. Und der Missionssonntag erinnert an Gottes Zusage an jeden Menschen: Ich liebe dich, du kannst es! Er ermächtigt alle Menschen, in Freiheit eine Kultur der Liebe mit ihm aufzubauen. Weiterlesen

Er liebt ein wenig anders. Am 25. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Das Gleichnis von dem Weinbergbesitzer und den Arbeitern

Das Gleichnis von dem Weinbergbesitzer und den Arbeitern

Gott geht mir nach. Wenn ich am Morgen nicht da bin, kommt er am Nachmittag. Immer wieder geht er mich suchen. Wenn ich bei ihm bin hilft er mir. Ohne Gott entwickle ich, wenn ich mich mit anderen Menschen vergleiche, eine Portion Neid. Gott sei Dank heilt er mich davon. Ich kann ein konkreter, lebendiger und freier Mensch sein.

Hier kommt das Evangelium zum Sonntag: Ich will in die Liebe.
Jesus erzählt von einem Weinbergbesitzer, der an einem Tag fünfmal Arbeiter für seinen Weinberg holt. Er geht den Arbeitern nach um sie in seinen Weinberg zu holen. Der Weinberg ist bei Gott die Liebe. Der Neid hat im Reich der großen Liebe keinen Platz: Weiterlesen