Jeder tönt mit seinem Herzen – 11. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr A

Wie ein Orchester

Kinder Gottes

Die Israeliten sahen sich als Kinder Gottes. Jesus, das einzigartige Kind Gottes, gab allen Menschen, die ihn in der Kommunion aufnehmen, die Macht, Kinder Gottes zu sein.

Ein Orchester mit Jesus als Dirigenten

Als Kinder Gottes sind wir wie ein Orchester, jeder spielt ein Instrument und tönt. Im Zusammenspiel ergibt es wunderbare Musik. Gottes Geist ist wie der Wind, der uns Luft für unsere Instrumente zuweht und Jesus ist der umsichtige Dirigent, der die Einsätze gibt und den Rhythmus schlägt. Da ist es wichtig, dass alle Instrumente gut gestimmt sind. Alle, die durch körperliche oder seelische Krankheit schwach sind, eine ansteckende Krankheit wie Covid-19 haben oder einen abwertenden Geist haben, müssen Heilung erfahren können. Das ganze Musikstück soll zur Freude aller erklingen. Deswegen gibt uns Jesus die Vollmacht, die Kranken zu heilen und uns in den Beziehungen zu Gott und zu den Mitmenschen zu öffnen. Dafür haucht er uns an und macht uns lebendig. Als er am Kreuz seinen Geist aushauchte, wurden die entschlafenen Heiligen in der Stadt Jerusalem lebendig. Der Auferstandene hauchte die Jünger mit dem Heiligen Geist an. Petrus und Johannes heilten darauf einen Gelähmten. Heilung passiert, wenn wir den Heiligen Geist nicht als Besitz halten, sondern weitergeben. Jesus sagt zu uns in diesem Sinne: Umsonst habt ihr Heilung empfangen, umsonst gebt ihr Heilung weiter.

Alles Gute zum Vatertag!

Es passt, dass dieser kommende Sonntag in Österreich als Vatertag gefeiert wird. Väter haben oft die eigenen Väter oder Großväter als Vorbilder. Väter sollen aber nicht nur Vorbilder sein, sondern müssen auch Förderer ihrer Kinder sein.
Ähnlich ist es mit „Unserem Vater im Himmel“. Einerseits ist er ein Vorbild, so heißt es bei Matthäus: „Seid vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!“ Andererseits ist unser himmlischer Vater ein starker Förderer. Sind wir doch durch die Kommunion mit Christus seine Kinder.

Allen Vätern wünschen wir alles, alles Gute!

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Corona: Möge er deine Abwehrkräfte stärken! – Vierter Fastensonntag, Lesejahr A

Liebe Sacré Coeur Gemeinde!

Michael Scharf

Ich hoffe, es geht Euch gut und Ihr kommt gut durch diese schweren Tage der Trennung und Isolation. Ich denke viel an Euch und Ihr geht mir ab.
Im Herzen, in Gedanken, im Beten können wir miteinander verbunden sein.
Leider ist diese Verbindung mit Euch und untereinander alles, was wir derzeit leben dürfen.
Über den Gemeindebrief sende ich Euch meine Gedanken zum Evangelium. Wenn Ihr den Sonntagnewsletter von mir direkt bekommen möchtet, schreibt mir bitte (m.scharf(at)edw.or.at).
Auf der Homepage netzwerk-gottesdienst.at veröffentlicht die Diözese für jeden Sonntag eine Wortgottesfeier für den Sonntagsgottesdienst zu Hause.

Ich lade ein, dass wir diesen Gottesdienst zur gleichen Zeit, am Sonntag um 9:30 beten. So sind wir zwar nicht gemeinsam im Kirchenraum aber doch zur gleichen Zeit verbunden und bilden so eine Gebetsgemeinschaft.

Messübertragungen gibt es derzeit viele und ausreichend. Im Gemeindebrief sind Vorschläge wo Ihr Gottesdienstübertragungen finden könnt zusammengefasst.
Beten wir füreinander: Vater Unser, Rosenkranz, Stundengebet der Kirche.
Wenn Ihr Anregungen sucht und Unterstützung braucht, meldet Euch bei mir. Es gibt viele gute Hilfen für das Gebet im Internet.

Wenn Ihr Hilfe braucht (Einkäufe, Besorgung von Medikamenten, Erledigungen, was immer) dann meldet Euch bitte. Wir helfen einander und ich werde versuchen Hilfe zu organisieren. Es haben sich schon einige gemeldet, die Hilfe anbieten.

Gerne höre oder lese ich wie es Euch geht (m.scharf@edw.or.at)
Euer Michael

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Die Apotheke Gottes heilt und stärkt – Dritter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Die Natur ist die Apotheke Gottes. Schon Hildegard von Bingen wusste das und riet gegen Winterdepression die für mich unbekannte Bertramwurzel. Heute gibt es vor allem die römische Bertramwurzel. Sie wirkt verdauungsfördernd, hemmt Entzündungen und stärkt die Nerven und das Immunsystem. Ich merke, dass Gott schon sehr früh in der Naturgeschichte heilende Pflanzen wachsen ließ. Das ist mir ein Zeichen seiner Liebe. Aber nicht immer erkenne ich in der Geschichte diese Zeichen der Liebe. Schwierigkeiten habe ich mit Texten des Alten Testaments, die so gar nicht Barmherzigkeit ausstrahlen. Da gibt mir Jesus den Tipp, die Bibel mit dem liebevollen Blick Gottes zu lesen. Ich versuche es und beim Weiterlesen kommen dann wirklich Erfahrungen von Befreiung, Liebe, Zuversicht, Heilung und Zärtlichkeit zu Tage: Gott befreit die Sklaven, Elias erfährt Gott im Säuseln des Windes, Rut bekommt eine neue Heimat und Noah kann einen Weinberg pflanzen. Da bricht die Liebe Gottes durch und ich danke Jesus, dass er mir die Augen dafür öffnet.

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Es laufen ihnen Freudentränen über die Wangen – Pfingstsonntag. Pfingstmontag Lesejahr C

BegeisterungJeder, der den Heiligen Geist erfährt, spürt Liebe und merkt, wie sehr man von Gott geliebt wird. Oder man empfindet plötzlich aufrichtige uneingeschränkte Herzens-Liebe für Andere. – Das sagt Daniela Pavlon, eine Caritasmitarbeiterin und Leiterin von Alpha-Kursen. Für mich sehr berührend sind ihre Schilderungen von Geist-Erlebnissen. „Viele Menschen spüren richtiggehend körperliche Auswirkungen – es wird ihnen zum Beispiel ganz warm. Oder es laufen ihnen Freudentränen über die Wangen, weil sie so berührt sind. Oder sie spüren in ihrem Herzen, dass gerade Heilung passiert oder dass sie Ängste ablegen. Viele Leute spüren aber auch im Moment der Heilig-Geist-Erfahrung wenig oder gar nichts, merken aber im Nachhinein, dass sich ihr ganzes Leben verändert, spüren, dass sie der Heilige Geist führt.“ Also egal ob die Begegnung mit dem Heiligen Geist ein Gefühl erzeugt oder nicht – eines ist sicher: Die Auswirkungen auf das eigene Leben sind immer grandios. (Nachzulesen in der Zeitung Der Sonntag, 9.6.2019).

8000 vor allem junge Teilnehmer treffen sich zu Pfingsten in Salzburg. Der Papst lädt katholische charismatische Gruppen zum Pfingst-Treffen in den Vatikan ein. Was passiert am Sonntag und am Montag im Sacré Coeur Pressbaum? Weiterlesen

Gefangen in mir selbst? – Zweiter Sonntag nach Ostern. Lesejahr C

Schiele Prediger„Ich bin mitten im Abgrund. Ich spüre meine Haut wie eine Grenze.“ So beschreibt der Ich-Erzähler vor seinem Selbstmord im Roman „Die Ausweitung der Kampfzone“ von Michel Houellebecq seine Situation. „Die Außenwelt ist das, was mich zermalmt. Heilloses Gefühl der Trennung: von nun an bin ich ein Gefangener in mir selbst“. Ich halte es mit dem Philosophen Eric Voegelin, der meint, dass da der Bezug zum göttlichen Grund, zum großen Du und damit auch zur Welt fehlt.

Ähnlich ergeht es Jugendlichen, die sich ritzen. Sie ritzen sich mit spitzen Gegenständen meist in die Unterarme. Grund ist oft eine Traumatisierung durch Missbrauch und Misshandlung. Die Betroffenen beschreiben das Ritzen als verzweifelten Versuch, ein Ventil, eine Öffnung zu schaffen, wieder atmen zu können.

Dies zeigt mir, welche Kraft und Sehnsucht nach Öffnung wir Menschen haben. Aber wenn wir nur in dieser Welt suchen, bleibt die innere Leere und im Extremfall die Sucht. Erst wenn ich den unbegrenzten Gott zulasse, komme ich aus der Gefangenschaft in mir selbst heraus.

Eine Ähnlichkeit zu dieser Ich-Abgeschlossenheit beschreibt das Evangelium des Sonntags. Die Jünger haben die Türen abgeschlossen. Sie fürchteten sich vor der Außenwelt. Was kann ihnen helfen? Weiterlesen

Ich bin kein Engel – Dreißigster Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Jesus heilt BlindeEin Bekannter meinte, dass wir früher alle Engel waren. Ich glaube das nicht. Es gibt vielleicht Schutzengel, die mich beschützen. Aber dass ich vor meiner Geburt ein Engel war, glaube ich nicht. Ich nehme an, dass ich auf der Erde entstanden bin und meine Eltern mich gezeugt haben. Aber ich glaube, dass wir unser Herz öffnen können und dann wird Gott in uns gegenwärtig. So wie er zu Moses sagte: Ich bin, der ich da bin.
Ich nehme an, dass im Herzen des blinden Bartimäus Gott im Spiel war. Deshalb konnte er erkennen, dass Jesus nicht irgendwer, sondern der Messias und der große Lehrer ist. Der blinde Bartimäus ist mein Bruder geworden. Durch ihn spricht der Geist Gottes. Er zeigt mir meinen Erlöser und macht mich Blinden sehend. In manchen meiner Mitmenschen ist mehr als ich vermutete.

Wir laden ein:
30. Sonntag im Jahreskreis, 28. Oktober 2018, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
Wolfgang Aumann schreibt: Liebe Sängerinnen & Musikerinnen, liebe Musiker & Sänger, wieder darf ich euch zu einer Messe einladen, wo wir im Sacré Coeur zur Ehre Gottes und zur Freude der Mitfeiernden singen und musizieren wollen/werden: Es gibt eine kleine Schola – ich orgle – Treffpunkt 8:30 Uhr Orgel. ACHTUNG: ZEITUMSTELLUNG!!!!!!  Eine Stunde länger schlafen!!!!
31. Sonntag im Jahreskreis, 4. November: Dankmesse zum 70.Geburtstag von Fr. Dr. Inge Dirnbacher, die Jahrzehnte das SC mitgeprägt hat. Treffpunkt 8 Uhr beim Klavier (mit Philipp an den weißen und schwarzen Tasten) Weiterlesen

Paul McCartney: Ich habe Gott gesehen – Dreiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Paul McCartney glaubt an die Existenz eines höheren Wesens. Er habe während eines Drogentrips vor vielen Jahren eine besondere Begegnung gehabt, sagte der 76 Jahre alte Ex-Beatle der Londoner „Times“. Die Wege des Herrn sind staunenswert. Da kann auch ein kleiner Drogentrip einem für Gott blinden Ex-Beatle die Augen öffnen. „Ich denke da ist etwas Höheres“ sagte Paul McCartney der London Times. Die natürliche Substanz DMT wird auch kultisch bei indigenen Kulturen Südamerikas verwendet. Ich selber brauche hingegen keine Substanzen, um mit Gott in Kontakt zu kommen. In der Kontemplation spüre ich die unermessliche Größe Gottes. Es ist wie bei Moses am Berg. Der anwesende Gott spricht zu ihm: „Ich bin der ich da bin.“ Es ist auch wie bei Jesus. Der Sohn Gottes sagte zum Taubstummen: „Öffne dich!“ und dieser konnte hören und reden. Weiterlesen

Zum Glauben braucht man Mut – Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Papst küsst krankes Mädchen auf den Kopf. es wird gesund.

Papst küsst krankes Mädchen auf den Kopf. Es wird gesund.

Papst Franziskus lässt das Papamobil anhalten und küsst die kleine Gianna auf den Kopf. Zwei Monate später hat sich der Tumor in ihrem Kopf fast vollständig aufgelöst. Die Eltern sind überglücklich und danken Gott jeden Tag. Die ganze Geschichte steht in der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“. (Auch: Krone.at)
Wenn ich am Sonntag um 8 Uhr in das Auto steige, um in den Gottesdienst zu fahren, frage ich mich: Warum mache ich das? Ich gebe mir die Antwort: Ich fahre in die Kirche, weil ich Gott liebe. Ich bringe den Kaffee, weil ich das Volk Gottes liebe. Ich habe den Eindruck, dass einige an Gott glauben wollen, aber sich schämen. Sie sehen die Wahrheit, aber fürchten die Verurteilung durch die Umgebung.
Dann kenne ich Menschen, die Gott ablehnen, weil sie sich als autonom, stark und unabhängig stilisieren wollen. Sie meinen, dass nur schwache Menschen Gott brauchen. Ich habe die Erfahrung hingegen gemacht, dass es gerade die starken Menschen sind, die an Gott glauben.
Dann kenne ich Kollegen, die Gott ablehnen, weil sie meinen, die Wissenschaft habe den Gottesglauben abgelöst. Ich sehe aber, dass gläubige Menschen Wissenschaft betreiben. Sie haben Freude an den kleinen Dingen und daran, dass die Liebe in ihrem Herzen wächst. Diese Gläubigen sind mir ein Vorbild.

Wir laden ein:
21. Sonntag im Jahreskreis
, 26. August 2018, 9:00 Gottesdienst mit Pater Marian, Wolfgang auf der Orgel + kleine Scola + Sacré Coeur Kaffee

22. Sonntag im Jahreskreis, 2. September 2018, 9:00 Gottesdienst mit Michael Scharf + Chor und Instrumentalisten+ Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen

Christus wird unsichtbar – Christi Himmelfahrt, Lesejahr B

Christi HimmelfahrtIch bin oft in der Entscheidung. In der Früh entscheide ich mich: Setze ich mich in die Stille um mich auf Gott auszurichten oder stürze ich mich gleich in die Aufgaben des Morgens. Wenn ich dann in der Gegenwart Gottes sitze, frage ich mich, ob ich Gott wirklich liebe. Am Abend ist die Entscheidung schwerer. Soll ich Zeit im Bild anschauen, soll ich mir einen Krimi ansehen? Oder soll ich mich in die Stille zurückziehen und den unsichtbaren Gott anbeten? Wer ist in meinem Herzen wichtiger, Krimi oder Christus? Kann ich nicht beides haben? Leichter wäre die Entscheidung, wenn er sichtbar wäre.

Als Jesus dem ungläubigen Thomas erschien, sagte er: „Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“ Das erinnert mich daran, dass wir in der Zeit nach Christi Himmelfahrt leben. Jesus wechselte in den Himmel und wurde unsichtbar. Aber: Wo bleibt noch etwas von Jesus sichtbar?
OK, ich sehe drei sichtbare Spuren von Jesus, die mir helfen:

  1. Die Feuerzungen kommen von seinem Heiligen Geist auf die Jünger herab und sie werden mutig.
    2. Christus verwandelt sich in Brot und Wein und wird sichtbar.
    3. Wir sind als heilige Kirche ein Zeichen der Liebe Gottes und damit sichtbar.

Vielleicht kommt der Heilige Geist im nächsten Gottesdienst erlebbar auf uns herab.

Wir laden zum 7. Sonntag der Osterzeit ein. 13. Mai 2018, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee im Barat-Saal. Weiterlesen

Christus stillt den Durst – am sechster Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B

Innerlich verdursten?

Innerlich verdursten?

Ein Mensch verirrte sich in der Wüste. Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn ausgedörrt. Da sah er in einiger Entfernung eine Oase.
Aha, eine Fata Morgana, dachte er, eine Luftspiegelung, die mich narrt. In Wirklichkeit ist da nichts. Kurze Zeit später fanden ihn zwei Beduinen tot. „Kannst du so etwas verstehen?“, sagte der eine zum anderen, „Neben der Quelle liegt er verdurstet. Wie ist das möglich?“ Der Mensch musste sich entscheiden. Fata Morgana und verdursten oder zur Quelle gehen und trinken.

Wir leben in der Krise. Dieser Satz eines befreundeten Philosophen führte mich dazu, dem nachzugehen. Krise kommt aus dem Griechischen und heißt Entscheidung. Wir werden vor die Entscheidung gestellt. Es ist die Entscheidung zwischen dem Trinken aus der Quelle und dem Verdursten daneben. Seit sich der Grund von allem in Jesus Christus gezeigt hat, führt er uns in die Krise. Nehmen wir seine Liebe an? Oder ziehen wir uns zurück und nehmen die Gefahr auf uns innerlich zu vertrocknen? Weiterlesen