Christus wird unsichtbar – Christi Himmelfahrt, Lesejahr B

Christi HimmelfahrtIch bin oft in der Entscheidung. In der Früh entscheide ich mich: Setze ich mich in die Stille um mich auf Gott auszurichten oder stürze ich mich gleich in die Aufgaben des Morgens. Wenn ich dann in der Gegenwart Gottes sitze, frage ich mich, ob ich Gott wirklich liebe. Am Abend ist die Entscheidung schwerer. Soll ich Zeit im Bild anschauen, soll ich mir einen Krimi ansehen? Oder soll ich mich in die Stille zurückziehen und den unsichtbaren Gott anbeten? Wer ist in meinem Herzen wichtiger, Krimi oder Christus? Kann ich nicht beides haben? Leichter wäre die Entscheidung, wenn er sichtbar wäre.

Als Jesus dem ungläubigen Thomas erschien, sagte er: „Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.“ Das erinnert mich daran, dass wir in der Zeit nach Christi Himmelfahrt leben. Jesus wechselte in den Himmel und wurde unsichtbar. Aber: Wo bleibt noch etwas von Jesus sichtbar?
OK, ich sehe drei sichtbare Spuren von Jesus, die mir helfen:

  1. Die Feuerzungen kommen von seinem Heiligen Geist auf die Jünger herab und sie werden mutig.
    2. Christus verwandelt sich in Brot und Wein und wird sichtbar.
    3. Wir sind als heilige Kirche ein Zeichen der Liebe Gottes und damit sichtbar.

Vielleicht kommt der Heilige Geist im nächsten Gottesdienst erlebbar auf uns herab.

Wir laden zum 7. Sonntag der Osterzeit ein. 13. Mai 2018, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee im Barat-Saal. Weiterlesen

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Christus stillt den Durst – am sechster Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B

Innerlich verdursten?

Innerlich verdursten?

Ein Mensch verirrte sich in der Wüste. Die unbarmherzige Sonnenglut hatte ihn ausgedörrt. Da sah er in einiger Entfernung eine Oase.
Aha, eine Fata Morgana, dachte er, eine Luftspiegelung, die mich narrt. In Wirklichkeit ist da nichts. Kurze Zeit später fanden ihn zwei Beduinen tot. „Kannst du so etwas verstehen?“, sagte der eine zum anderen, „Neben der Quelle liegt er verdurstet. Wie ist das möglich?“ Der Mensch musste sich entscheiden. Fata Morgana und verdursten oder zur Quelle gehen und trinken.

Wir leben in der Krise. Dieser Satz eines befreundeten Philosophen führte mich dazu, dem nachzugehen. Krise kommt aus dem Griechischen und heißt Entscheidung. Wir werden vor die Entscheidung gestellt. Es ist die Entscheidung zwischen dem Trinken aus der Quelle und dem Verdursten daneben. Seit sich der Grund von allem in Jesus Christus gezeigt hat, führt er uns in die Krise. Nehmen wir seine Liebe an? Oder ziehen wir uns zurück und nehmen die Gefahr auf uns innerlich zu vertrocknen? Weiterlesen

Das unbekannte Lebewesen – 4. Sonntag der Osterzeit

Lebendig mit JesusEs gibt viele Lebewesen, die beschützt werden müssen. Bienen sind gefährdet, sie brauchen wir, damit unsere Obstblüten bestäubt werden.
Unsere Haustiere beschützen wir. Sie sind uns ans Herz gewachsen. Sorgen bereiten uns unsere Kinder, die wir fördern, fordern und beschützen. Ein Lebewesen ist mir bis jetzt in Vergessenheit geraten. Ich bin so froh, dass mich Romano Guardini daran erinnert hat. Es ist ein Lebewesen, das im Zentrum den Sohn Gottes hat. Ich bilde mit anderen dieses Lebewesen, indem wir, Christinnnen und Christen, eine Beziehung zu Jesus pflegen. Aber vor allem beatmet Christus dieses Lebewesen, weil er in diesen Freundschaften lebt.
Paulus nennt es den mystischen Leib Christi. Er ist wie ein Lebewesen, das atmet und das seit 2000 Jahren – und vielleicht die nächsten 2000 Jahre. Das Atmen ist ein Geben und Nehmen. Im Evangelium sagt Jesus: „Mein Vater liebt mich, weil ich das Leben für euch hingebe und es wieder nehme.“ In diesem Lebewesen leben wir, atmen wir, weinen wir, lachen wir, geben wir und nehmen wir – verbunden mit Christus. Ich möchte dir für so vieles danken, Gott! Weiterlesen

Gott bringt mich zum Lachen! 6. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Lachen im Vatikan

Lachen im Vatikan

Einige Katholiken sind griesgrämig

Bild aus: KATHOLISCH und trotzdem okay. St. Benno-Verlag, Leipzig

Danke, Gott, dass es dich gibt!

Wir laden ein:
6. Sonntag im Jahreskreis, Faschingssonntag, 11. Februar 2018
: 9:00, Gottesdienst, Gestaltung mit Chor + Instrumentalisten, + SC Kaffee im Barat-Saal

Faschingsdienstag, 13. Februar 2018 ab 18 Uhr – Herzliche Einladung zu einem gemütlichen Faschingskehraus im Baratsaal: bissl plaudern bissl jausnen – jeder nimmt a bissl was zum Essen und Trinken mit – gegen 21:00 – 21:30: Ende und in der Kirche schlichte Aschenkreuzfeier zum Beginn der Fastenzeit. Liebe Grüße, Wolfgang Aumann.
Aschermittwoch 14. Februar 2018
1. Sonntag in der Fastenzeit 18. Februar 2018, 9:00, Gottesdienst + SC Kaffee im Barat-Saal Weiterlesen

Gut, dass es dich gibt! 5. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Die Schwiegermutter des Petrus

Jesus heilt Schwiegermutter des Petrus in Kafarnaum

Liebe Leute! Gestern ist mir etwas Aufregendes passiert. Ich darf mich zuerst vorstellen. Ich bin die Schwiegermutter des Fischers Simon Petrus. Gestern, am Sabbat war ich krank. Ich lag mit Fieber im Bett. Da kam der bekannte Rabbi Jesus aus Nazaret in unser Haus. Es ist ja nicht üblich, dass Männer mit uns Frauen reden. Aber er betrat mein Zimmer und schaute mich an. Er sagte: „Gut, dass es dich gibt!“ Da ging mir mein Herz auf. Als er meine Hand nahm, spürte ich eine wunderbare, warme Kraft von ihm ausgehen. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals. Er sagte: „Steh auf!“ Ich bemühte mich aufzustehen. Er half mir, mich aufzurichten. Ich stammelte „Danke!“ Da spürte ich, dass das Fieber mich verließ, und ging schnell in die Küche. Ich musste mich von der Aufregung erst erholen. Was ist mit mir geschehen? Nachdem ich mich beruhigte, begann ich, den Gästen das gewärmte Sabbatessen zu bringen. Ich musste diesen Jesus immer wieder anschauen. Es ist so gut, dass es ihn gibt! Weiterlesen

Er schreit: Wahnsinn! am 4. Sonntag im Jahreskreis

Mir ist jetzt etwas Unheimliches passiert. Ich wollte gerade von jemandem berichten, der eine unheilbare Krankheit hat. Er kann nur einige Worte sprechen und wiederholt immer das Wort: „Wahnsinn“. Zu allem, was er ausdrücken will, sagt er „Wahnsinn“. Wie ich aber gerade diese Sätze schreibe, drücke ich eine falsche Taste auf meinem Computer und eine Stimme liest mir diesen Text vor! Es war unheimlich. Ich wusste nicht, wie ich diese Stimme (es war eine weibliche, englischsprachige) abstellen konnte. Ich habe das Dokument nur schnell abgespeichert und geschlossen. Als ich es wieder aufmachte, war die Stimme weg.
Jesus erlebte so etwas Wahnsinniges viel intensiver, als ein Mann ihn anschrie: „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!“ Diese Stimme kam nicht aus einem Computer, sondern von einem Menschen, der voller Angst war. Weiterlesen

Jesusfreundschaft statt innerer Leere am 2. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Die Johannesjünger fragen Jesus, wo er wohne. Jesus sagt: Kommt und seht!

Die Johannesjünger fragen Jesus, wo er wohne. Jesus sagt: Kommt und seht!

Ich hörte den Soziologen und Philosophen Zygmunt Bauman in Kreuz und Quer und fand es interessant, was er zu unserem europäischen Leben sagt. Das Interview ist am Ende einer Doku über die unglücklichen Schweden, die das Ich über alles stellen.

Ist die Vereinsamung das Ziel?
Wenn Menschen alleine in ihren Wohnungen sterben und erst nach Monaten gefunden werden, dann wird unsere Gesellschaft angeklagt: Warum haben die Nachbarn nichts gemerkt? Gab es keine Gemeinschaft in der Nachbarschaft? Aber diese Vorwürfe greifen zu kurz. Die Vereinsamung wird hervorgerufen, weil die meisten nur „unabhängig“ leben wollen. Neben dem sinnvollen Streben gibt es das krankhafte Streben nach Unabhängigkeit, das Liebe, Beziehung und Gemeinschaftssinn verhindert. Das Selbst oder das Ich wird über alles gestellt.
Zygmunt Bauman sagt: „Ein glückliches Leben heißt Schwierigkeiten überwinden. Wir haben alles. Aber eines fehlt: Teil einer Gemeinschaft zu sein. Das muss man selbst schaffen. Je „unabhängiger“ man ist, desto weniger ist man in der Lage, diese Unabhängigkeit durch eine sehr angenehme gegenseitige Abhängigkeit zu ersetzen. Am Ende der Unabhängigkeit steht also nicht etwa das Glück, sondern die Leere, die Bedeutungslosigkeit des eigenen Daseins und absolute, vollkommene unvorstellbare Langeweile.
Ich denke mir, Jesus heilt uns von Langeweile und führt uns alle zur Gemeinschaft mit ihm. Die Jesusfreundschaft füllt die trübe innere Leere auf. Weiterlesen