Wir tauchen im Jordan unter – Sonntag der Taufe des Herrn, Lesejahr A

Ich lade Sie ein, sich Folgendes vorzustellen: Wir gehen mit Jesus zum Fluss Jordan, wo Johannes die Menschen tauft. Wir hören wie Jesus mit Johannes redet. Wir steigen mit Jesus in den Jordan und tauchen ganz unter. Dann gießt Johannes Wasser über unsere Köpfe. Wir sehen den Heiligen Geist wie eine Taube auf uns herabkommen und hören die Stimme von Gott Vater: Das ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich Freude. Wir steigen mit Jesus aus dem Jordan. Ich vermute, dass einige von uns sich freuen. Ich wäre ein wenig verwirrt und doch von Freude erfasst.

Ähnlich erging es Christophorus. Er hieß zuerst Phorus, das heißt Träger. Er trug Menschen durch einen Fluss. Eines Nachts hörte er eine Kinderstimme rufen: „Phorus, trage mich hinüber!“ Vor seiner Hütte konnte er aber niemanden finden. Erst beim dritten Ruf sah er ein Kind, das er auf seine Schultern setzte. Im Wasser wurde ihm die Last immer schwerer, das Wasser wurde höher und höher; er fürchtete zu ertrinken und glaubte, die ganze Welt läge auf seinen Schultern. „Mehr als die Welt trägst du auf deinen Schultern“, sagte ihm das Kind, „du trägst den Herrn, der diese Welt erschaffen hat. Ich bin Jesus Christus, dem du in dieser Arbeit dienst.“ Und es drückte ihn unter Wasser und taufte ihn.

            Er hatte jetzt den Namen Christophorus, das heißt Christusträger. Das Jesuskind befahl ihm, seinen Stab in den Boden zu stecken. Am nächsten Morgen grünte und blühte er und trug Früchte. Ich liebe dieses Kind, das unter uns geboren wird, mächtiger als das Universum ist, unser Leben aufblühen und Früchte tragen lässt.

Wir laden ein:
12. Jänner 2020, Sonntag der Taufe des Herrn 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
19 Jänner 2020, 2. Sonntag im Jahreskreis 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee, Geburtstag von Prälat Karl Rühringer. Musikprobe um 8:00.

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Im Urknall war der Gottessohn – 2. Sonntag und Heilige Drei Könige, Lesejahr A

Ich liebe den Beginn des Johannesevangeliums. Es heißt dort, dass der Gottessohn am Herzen des Vaters ruht und uns, die Verlorenen im Universum zu Kindern Gottes macht. Es beginnt mit dem Anfang des Universums, dem Urknall und dass etwas im Urknall war. Es heißt dort „im“ Anfang und nicht „am“ Anfang. Im Anfang war etwas. Der ursprüngliche Anfang des Universums hatte etwas in sich. Er war nicht nur ein einfacher Punkt, mit dem alles begann, sondern da war etwas drinnen, das mit diesem Anfang mit ging. Die Physik klärt uns auf, dass das Universum mit einem unendlich heißen Punkt begann. Im sogenannten Urknall war aber auch etwas Zusätzliches. In diesem Anfang war, so glaube ich und so sagt es das Johannesevangelium, das Wort, im Griechischen: Ho Logos. Der Logos hat eine umfassende Bedeutung: Logos bedeutet nicht nur Wort, sondern auch Logik, Lehre und Vernunft. Dieser Logos, der im Urknall war, ist der Gottessohn. Er war nicht nur bei Gott, am Herzen des Vaters, er war sogar Gott und wurde ein Mensch vor 2000 Jahren.

Ich war verloren. Er wurde mein Retter.
Schon im ersten Anfang war der Retter der Verlorenen drinnen. Dieser Retter wurde mein Bruder und Freund. Ich kann nicht anders als Danke sagen.
Auch im Anfang des Neuen Jahres 2020 war der Retter der Verlorenen. Deswegen macht es Sinn, uns einander im Vertrauen auf ihn viel Glück, Gesundheit, Freude und Gottes Segen im Neuen Jahr zu wünschen!

Königlich
Durch die Begegnung mit dem Gottessohn sind wir zu Königinnen und Könige geworden, singen mit den Sternsingern und mit Jesus für die Verlorenen und preisen die Herrlichkeit Gottes.

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Das Licht des Kindes leuchtet in unsere Herzen – Heiliger Abend, Christtag und Stephanitag

Friede den Menschen auf Erden

Jetzt haben wir doch auf unseren Balkon eine winzige Lichterkette gegeben. Zuerst waren uns die Lichter-Orgien an den Häusern schon vor dem Advent unheimlich. Aber jetzt, knapp vor Weihnachten, schaffen wir es, einige kleine dezente Lichtpunkte auf das Tannenreisig zu setzen. Wir machen das auch, damit das Fest beginnen kann. Im Zentrum steht für mich das Ankommen des Gotteskindes. Vielleicht hat Gott das schon beim Urknall geplant, dass er Mensch und unser Bruder wird.

Gott mutet uns Menschen oft viel zu. Da ist seine Antwort: „Ich bin für euch da. Ich bin mit euch solidarisch.“ Der große Schöpfer des Universums wird aus Liebe zu uns ein kleines Kind. Als Erwachsener sammelt er Schülerinnen und Schüler und lehrt das Verzeihen statt dem Hass, die Liebe zu Gott und zu den Nächsten, die Vergebung der Sünden, den Glauben, der Wunder bewirkt, die Treue zwischen Menschen, die Liebe zu den Armen, zu den Kindern und zu den Kranken. Er zeigt uns, dass dieses Leben nicht alles ist, sondern dass unsere endgültige Heimat bei ihm jenseits des Todes liegt. Dazu bietet er seine Freundschaft an. Was hätte ich, wenn ich diese Freundschaft ablehne? Ich hätte nichts gewonnen. Eher alles verloren. Durch diese Freundschaft mit dem umfassenden Urgrund unseres Lebens merke ich, dass mir so vieles geschenkt wird. Dafür bin ich dankbar. Und ich habe eine Ahnung bekommen wie man gut und zufrieden leben kann.

Den Chor der Sacré Coeur Schulen kann man bis Donnerstag in „NÖ heute“ mit dem Lied „Still, still, still“ aus Neuhofen (NÖ) hier hören (Leitung: Cornelia Traxler).

Wir laden ein:
24. Dezember 2019, Heiliger Abend, 21:00 Christmette, 20:30 musikalische Einstimmung
(Pfarrkirche Pressbaum: 15:30 Kinderandacht, 23:00 Christmette)
25. Dezember 2019, Christtag, 9:30 Gottesdienst, W. Aumann lädt davor zu einer Schola bei der Orgel mit Probe um 9:00 ein. + S. C. Kaffee
(Pfarrkirche Pressbaum: 10:00 Festmesse: Josef Haydn, Kleine Orgelsolomesse)
Weitere Termine der Weihnachtszeit siehe unten

Das ist die gute Botschaft zu Weihnachten:

Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren

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Vergiss das Königsdrama und schau auf die Kleinsten – Dritter Adventsonntag, Lesejahr A

Ein Königsdrama mit Gier und Mord spielte sich zurzeit Jesu in Galiläa am Hof von Herodes Antipas ab. Herodias, die Frau seines Bruders, begehrte ihn. Das gefiel ihm. Nur seine Frau, die Tochter des nabatäischen Königs Aretas IV war ihrem Begehren im Weg. Er verstieß sie. Der gekränkte Schwiegervater brachte ihm in einem Grenzkrieg eine schwere Niederlage bei. Johannes der Täufer kritisierte die Ehe mit Herodias. Es war nicht nur Ehebruch, sondern Herodias war als Halbnichte zu eng verwandt. Für die Juden ein doppeltes Gräuel. Herodias bat ihren Mann, Johannes den Täufer zu verhaften. Davon berichten die Evangelien Markus, Matthäus und Lukas. Da Antipas ohnehin befürchtete, der radikale Johannes könne mit seinen Predigten einen Aufstand anzetteln, ließ er ihn in den Kerker seiner Festung Machaerus werfen.

Bei einem Fest tanzte die Tochter von Herodias, Salome so hinreißend, dass Herodes Antipas ihr die Erfüllung eines Wunsches freistellte. Mutter und Tochter berieten sich und forderten den Kopf des Johannes, der in einer silbernen Schüssel gebracht wurde. Jesus ging in einer Rede darauf ein, indem er auf das Schilfrohr hinwies, das Herodes Antipas auf seinen Münzen prägen ließ. Er fragte die Zuhörer, ob sie wegen einem schwankenden Schilfrohr gekommen sind. Das war ein Hinweis auf die schwankende Politik Herodes Antipas. Jesus lenkt aber dann den Blick weg vom Königsdrama hin zu den Kleinsten. Zu ihnen gehören für mich die verlassenen und traurigen Kinder und die einsamen Menschen. Die Kleinsten sind mir jene, die jahrelang an einer Krankheit leiden; jene, die vom Partner Verlassenen und jene, die vor Schuld oder Angst nichts machen können. Zu diesen Kleinsten kommt die stille und teilweise verborgene Herrlichkeit Gottes.

Wir laden ein: 15. Dezember 2019, 3. Adventsonntag, Gaudete 9:30 Gottesdienst + Musikalische Gestaltung: Chor und Instrumentalisten, Probe 8:30 beim Klavier + Sacré Coeur Kaffee
22. Dezember 2019, 4. Adventsonntag, 9:30 Gottesdienst + S. C. Kaffee
Weitere Termine der Weihnachtszeit siehe unten Weiterlesen

Der König der Liebe – Christkönigssonntag, Lesejahr C

Simon von Cyrene hilft dem König Gottes das Kreuz tragen

Eine Bekannte kaufte sich die wunderschöne Bibel mit Bildern von Sieger Köder und las darin von den Gesetzen des Mose und war ganz schockiert, dass da Menschen gesteinigt werden sollen. Papst Franziskus hat vor einem Jahr die Todesstrafe für unzulässig erklärt, „weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“. Das konnte er tun, weil die Bibel keine Sammlung von Anweisungen Gottes ist. Das Alte Testament ist die Hintergrundmelodie für Jesus, den Erlöser. Unser Kirchenrektor Michael Scharf sieht die Grundmelodie im Namen Gottes, den dieser Moses geoffenbart hat: JHWH, das heißt „Ich bin für euch da“. Vor dieser Hintergrundmusik spielt Jesus als heilender göttlicher König eine neue Melodie: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Johannes 18,36). Er wehrt sich nicht, als ihn die Soldaten verspotten und ans Kreuz schlagen, die führenden Männer des Volkes ihn verlachen und Pilatus ihn zynisch als König der Juden bezeichnet. Der König Gottes lässt sich ans Kreuz schlagen und reagiert auf die Bitte des Sterbenden mit dem Versprechen: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23,43).
Das ist die Antwort auf die Frage, was Gott angesichts des Leidens der Menschen tut: Er stirbt gefoltert, wird Bruder der Gefolterten und nimmt sie in sein Paradies. Er ist unser aller Zukunft.

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Zum Reichen kommt der Retter – 31. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

Ein reicher Mann merkt, dass ihm etwas fehlt. Aber was fehlt ihm? Er hat eine liebe Frau. Er hat liebe Kinder. Er hat ein schönes Haus. Er hat einige Angestellte und er hat ein gutes Einkommen. Was fehlt ihm? Was kann er noch erwarten? Er schaut herum und sucht. Er fragt sich: Was erwarten die anderen? Vielleicht hilft es ihm, wenn er genauer auf die anderen schaut.

Die Menschen laufen auf die Straße und erwarten jemanden. Sie sagen, er kommt auf dieser Hauptstraße. Er fragt einen, wen er erwartet. Er sagt, es ist Jesus, der viele geheilt hat. Er fragt nach, was er von Jesus hält. Dieser sagt, dass Jesus den Glanz vom Himmel bringt. Das macht ihn neugierig. Er bemerkt, dass er als kleiner Mensch nicht über die Menge blicken kann und steigt auf einen Baum. Die Äste drücken ihn. Da hört er das Schreien der Menge. „Er kommt!“ Er sieht einen Mann, der fast erdrückt wird von den Menschen. Da wendet sich dieser Jesus in seine Richtung und schaut auf ihn, den reichen Zöllner Zachäus. Er kommt unter den Baum und ruft zu ihm hinauf: „Zachäus, komm schnell herunter! Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“

Die Menschen um ihn sind verärgert, denn er, Zachäus war nicht einer von ihnen. Jesus hingegen meint beim gemeinsamen Essen: „Heute ist diesem Haus die Rettung geschenkt. Du gehörst dazu.“

Ich liebe diese Geschichte. Ich möchte Jesus auch zum Essen einladen. Heute. Ich habe für ihn aufgedeckt. „Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast.“

Wir laden ein:
3. November 2019, 31. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
10. November 2019, 32. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen

Allerheiligen: Die Gräber und die Heiligen im Himmel

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Ich liebe die Seligpreisungen von Jesus. Sie beginnen mit der Situation, in der ich arm bin vor Gott. Das ist die Situation der Ohnmacht. Ich bin arm an Leistung, ich kann nichts vorweisen. Trotzdem werde ich mit dem Himmelreich beschenkt. Wenn eine geliebte Person gestorben ist oder jemand mich verlassen hat, trauere ich, und schreie meinen Schmerz ohnmächtig zu Gott. Oh Wunder, ich werde von ihm getröstet. Wenn ich keine Gewalt anwenden wollte, vor der Aggression geflohen bin, bin ich verzweifelt und erlebe die Ohnmacht. Doch oh Wunder, Gott schenkt mir neues Land.

Das Fest Allerheiligen zeigt, dass wir nicht nur eine Versammlung von Christinnen und Christen auf der Erde sind, sondern dass die Menschen im Himmel, Heilige und Verstorbene, auch zur Kirche gehören. Wir feiern die Messe mit ihnen.

Link zu Liebe, Tod und Halloween

Wir laden ein:
Freitag, 1. November 2019, Allerheiligen, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
3. November 2019, 31. Sonntag im Jahreskreis, 9:30 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen