Die zwei Schwestern – Fünfzehnter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

Marta und MariaIch bin fasziniert von den zwei Schwestern. Maria sitzt zu den Füßen Jesu und hört ihm zu. Wenn Gott Mensch wird, wer könnte ihm da nicht zuhören? Marta kann ihm nicht zuhören. Sie ist die Gastgeberin und läuft herum und bedient Jesus. Sie bringt die Speisen des Landes, Oliven, Feigen, Datteln, Weintrauben, geräucherten Fisch, duftendes Fladenbrot, frisches Wasser mit Wein, Ziegenmilch, Ziegenkäse, Ziegenbutter, Rosinenkuchen mit Honig, Äpfel, Traubensaft und Granatäpfel. Sie merkt verärgert, dass ihre Schwester nur Jesus zuhört und ihr nicht hilft. Jesus verteidigt aber seine Schülerin Maria. Auf ihn zu hören sei notwendig, gut und darf ihr nicht genommen werden.
Diese Maria wird bei uns Christen zum Vorbild derer, die auf Gott hören. Wir kennen das von den Juden, die das „Schma Jisrael“ täglich beten: „Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ Die Liebe zu Gott verschränkt sich mit der Liebe zum Nächsten.
Die Gottesliebe ist für Maria leichter als für uns Christen. Denn die Figur Gottes ist für sie sichtbar in der Person Jesu. Wenn ich hingegen bete, dann habe ich keine Figur vor mir. Er ist mir eine riesige Fläche, wie der Himmel, der sich über uns spannt. Gott entzieht sich mir. Und doch – es gibt Umrisse, mit denen er mir hilft. Da ist das Brot und der Wein in der Messe, mit denen ich Gott esse und trinke. Da ist das Brot, das ich anschauen kann in der Monstranz, da ist Jesus am Kreuz, da sind die Geschichten von Jesus und da sind die Menschen um mich, in denen er mir entgegenkommt. So schwer ist Beten doch nicht.

Wir laden ein:
21. Juli 2019 16. Sonntag im Jahreskreis, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
28. Juli 2019 17. Sonntag im Jahreskreis, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen

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Es brennt im Herzen – Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

herzjesufeuer-kartitschSich entscheiden für Christus ist eine Entscheidung für die Freiheit. In unserer Bibelrunde beklagen wir uns, dass manche Texte uns einschränken. Wenn Jesus sagt: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst“, fühlen sich viele durch das Verleugnen abgewertet.
Es ist unklar, in welcher Situation dies Jesus spricht. Wir wissen aber, dass Jesus uns heilen, erlösen und befreien möchte. Wenn uns in dem Text nichts Befreiendes entgegenkommt, dann kann man den Satz vergessen. Paulus sagt: „Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig.“
Auch beim nächsten Sonntagsevangelium kommt so ein Satz vor, bei dem man sich leicht gedrängt fühlen kann: Wieder ein anderer sagte: „Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich Abschied nehmen von denen, die in meinem Hause sind.“ Jesus erwiderte ihm: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.“ Hoppala, tauge ich nicht für das Reich Gottes? Meine Antwort ist: Meine Nachfolge geschieht im Herzen. Und das jetzt.
Und: Ich freue mich schon auf das himmlische Brot im Gottesdienst, durch das die Liebe in unsere Herzen ausgegossen wird.
Bild: Am 3. Wochenende nach Pfingsten gibt es in Tirol Herz-Jesu-Feuer.

Wir laden ein:
30. Juni 2019 13. Sonntag im Jahreskreis, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
7. Juli 2019 14. Sonntag im Jahreskreis, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen

Einsatz für andere? Die Liebe lebt. – 5. Sonntag der Osterzeit. Lesejahr C

NächstenliebeWo lieben wir Christinnen und Christen? Wo sehe ich das? Es gibt immer welche, die in unserer Gottesdienstgemeinde helfen und auch helfend einspringen. Da gibt es die, welche den Blumenschmuck besorgen, die die Musik vorbereiten, die beim Pfarrcafé helfen, die andere fragen, wie es ihnen geht. Viele unterstützen die Feuerwehr, das Rote Kreuz und Hilfsorganisationen wie die Caritas, die gerade den Brandopfern in Simmering und jetzt einer Familie in Oberndorf hilft, wo ein verheerender Brand ihren Bauernhof vernichtet hat. Auch ist nach Jahren Kerker die Katholikin Asia Bibi freigesprochen worden und konnte mit großer Mühe aus Pakistan befreit werden. Oder: Der Erzbischof von Hamburg hat die Frauen von Maria 2.0 zum synodalen Weg eingeladen. Machtabbau, Zulassung zu den Weiheämter, Pflichtzölibat und Sexualmoral sollen die Themen sein. Könnte das nicht auch Liebe sein? Und: Tag für Tag, rund um die Uhr sind Freiwillige bei der Telefonseelsorge im Einsatz (142), die ein Ohr für Menschen in Not haben. Und: In vielen Familien lebt die Liebe und das Verzeihen, obwohl hier die Verletzungen sehr groß sein können. Danke!

Wir laden ein:
19. Mai 2019 Fünfter Sonntag der Osterzeit,
9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee. Musik: Union Sax (Saxophon-Quartett) mit Prof. Schwingshandl. Im Anschluss an die Messe „Frühschoppen“ mit Union Sax.
26. Mai 2019 Sechster Sonntag der Osterzeit, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee. Weiterlesen

Das Grundvertrauen hilft – Vierter Fastensonntag. Lesejahr C

Dreifache LiebeIn den 10 Tagen der Meditation in Irdning brannten am Altar drei Kerzen: Sie waren für uns Zeichen der dreifachen Liebe, der Liebe zu Gott, der Liebe zu den Mitmenschen und der Liebe zu uns selbst. Diese dreifache Liebe ist eine Antwort auf eine größere Liebe. Sie ist größer, als ich mir vorstellen kann. Ich glaube und vertraue, dass es der Grund unseres Lebens ist, der diese Liebe schenkt. Er gibt mir Grundvertrauen, sodass ich frei leben kann.

Stress oder Liebe

Auch frei von krankem Stress. Er liebt uns alle. Niemand soll ausgeschlossen sein. Ein Bekannter will Hochzeit feiern und lädt eine Person nicht ein, die ihn auch nicht zu deren Hochzeit eingeladen hatte. Nicht immer kann man alle einladen. Wir waren vor einer Woche bei einer goldenen Hochzeit mit über 100 Gästen, bei der auch Obdachlose von einem Caritaszentrum eingeladen waren. Wir fanden das beachtlich. Nicht nur die Arbeitswelt kann Stress erzeugen, auch die Obdachlosigkeit macht wegen der Unsicherheit Stress. Soziale Absicherung und Verankerung in Gott machen hingegen ruhig. – Da fällt mir ein: Ich habe mich heute gefreut, als ein Nachbar mir geholfen hat, die hohen Sträucher zu schneiden. Bin ich froh, dass es das in unserer Welt gibt!

Wir laden ein: 4. Fastensonntag, 31. März 2019. Laetare: Freu dich, Jerusalem, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee. ACHTUNG: SOMMERZEIT. Uhr um eine Stunde zurück stellen.
5. Fastensonntag 7. April 2019, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen

Die Liebe hört niemals auf – Vierter Sonntag im Jahreskreis Lesejahr C

Ich bin ganz gerührt, wenn ich das Hohelied der Liebe lese. Einerseits erinnert es mich an die Liebe, die ich oft vergesse. Andererseits erklärt es mir die Liebe. Die Liebe ist ja kein Gefühl des Verliebtseins oder der Begeisterung. Beide können vergehen. Die Liebe hingegen hört niemals auf. Sie ist geduldig. Sie ist freundlich und gütig. Sie ereifert sich nicht. Sie prahlt nicht. Sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht taktlos. Sie sucht nicht ihren Vorteil. Sie lässt sich nicht zum Zorn reizen. Sie trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht. Sie freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles. Sie glaubt alles. Sie hofft alles. Sie hält allem stand. Einige dieser sechzehn Eigenschaften der Liebe sind meine persönlichen Herausforderungen. Wenn die Liebe alles glaubt, ist sie dann leichtgläubig? Es könnte auch sein, dass die Liebe an Gottes Handeln in der Welt glaubt. Weiterlesen

Er staucht die Zeit 3. Adventsonntag im Lesejahr C

Die dritte Kerze kann ich am Adventkranz entzünden. Gottes Feuer ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Die Griechen kannten zwei Arten von Zeit. Die eine war der Chronos, die Zeit, die nacheinander verläuft und von den Uhren angezeigt wird. Die andere war der Kairos, die Zeit des Augenblickes. In der Zeit dieses Kairos, in der Zeit des Jetzt, verbindet sich das Jenseits mit dem Diesseits, Gott mit dem Universum, Himmel und Erde. Wenn der Dornbusch bei Moses brennt und nicht verbrennt, wenn das Feuer bei Johannes dem Täufer nicht verlöscht, dann ist die Zeit des Kairos, die Zeit des Augenblicks. Die andere Zeit, die Zeit des Chronos, die Zeit der Uhren, schrumpft auf das Jetzt. Die Zeit zwischen Urknall und Ende des Universums staucht sich auf den Augenblick, in dem Jesus Christus anwesend ist. Auch sein ganzes Leben zwischen Zeugung und Auferstehung ist in diesem Jetzt versammelt und uns ganz nahe. Im Augenblick spüren wir seine Liebe. Weiterlesen

Er kommt zu dir in liebevoller Herrlichkeit – 1. Adventsonntag im Lesejahr C

Lichterkranz in unserer DunkelheitDie erste Kerze können wir am Adventkranz anzünden. Der Adventkranz wird zum Lichterkranz in unserer Dunkelheit. Es ist eine gute Nachricht. Der heilende Erlöser kommt. Er kommt unsichtbar im Hintergrund immer näher. Wir sehen nicht nur Zeichen der Katastrophe, sondern auch die Zeichen in der Welt, dass er sich nähert: Menschen helfen einander. Einige verzeihen den anderen. Einige können sich sogar versöhnen. Einige verbinden tiefe Wunden. Einige entwickeln Mitgefühl mit den Leidenden. Einige besuchen die Kranken. Einige stehen den Trauernden bei. Einige erwarten den Erlöser in ihrem Herzen. Einige singen Lieder der Sehnsucht. Einige gehen in die Stille der Erwartung. Weiterlesen