Abenteuer mit Gott – Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Abenteuer Mit GottAls Kind las ich gerne ein Mecki-Buch vom Schlaraffenland, in dem man Köstliches essen konnte.
Hoffmann von Fallersleben schreibt in seinem Gedicht „Vom Schlaraffenlande“: Ja, das mag ein schönes Leben und ein herrlich Ländchen sein! Mancher hat sich hinbegeben, aber keiner kam hinein.
Ja, und habt ihr keine Flügel, nie gelangt ihr bis ans Tor, denn es liegt ein breiter Hügel ganz von Pflaumenmus davor. – Ins Schlaraffenland ist in dieser Version noch niemand hineingekommen und wenn, wäre es ein Land der Süchte und der Langeweile.
Bei Jesus konnten die hungrigen Menschen einmalig Brot und Fisch essen so viel sie wollten. Das war für Jesus der Appetitanreger für mehr. Er möchte uns den Hunger nach seinem Gott-Vater zeigen.
Der Sprung in den Glauben kann ein Abenteuer sein und ein Sprung wie beim Bungee-Jumping. Aber keine Angst. Jesus springt mit. Weiterlesen

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Wir kümmern uns um andere – Sechszehnter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Der Fisch stinkt vom Kopf. Eine Firma, die schlecht geführt wird, hat viele Krankenstände. Das Arbeitsklima wird von der Leitung geprägt. Gute Leiter kümmern sich nicht nur um ihre Leute. Sie haben einen Blick dafür, wer am Rand steht oder wer in Gefahr gerät, unter die Räder zu kommen.
Bei Jesus und bei den Propheten werden die guten Hirten zu Vorbildern für diejenigen, die für die Schwächeren verantwortlich sind. Sie gehen den Verlorenen nach, bis sie sie finden. Sie stellen wie Jesus die Kranken und die Kinder in die Mitte.
Den Aufbruch ins Unbekannte wagen 15 junge Erwachsene, die in Kürze ihren Freiwilligendienst im Ausland beginnen. Ein Pressbaumer, Georg Grossinger, ist auch dabei. Im Rahmen von „VOLONTARIAT bewegt“ werden sie in Kinder- und Jugendsozialprojekten der Salesianer in Afrika, Asien oder Lateinamerika tätig werden. Weiterlesen

Wir sind eine große Familie

Was weiß ich von Jesus und seiner Botschaft?

Was weiß ich von Jesus und seiner Botschaft?

Wenn ich andere über den christlichen Glauben informiere, dann mache ich das, weil die Beziehung zu diesem Gott eine befreiende Wirkung hat. Ich will niemand überreden oder mit Tricks dazu bringen, diesen Glauben anzunehmen und ein Leben mit Christus zu führen. Anfang dieses Jahres ist mir das Missions-Manifest in die Hände gefallen. Die Autoren und Unterzeichner sagen: Wir sind katholische Christinnen und Christen in Österreich, Deutschland und der Schweiz, die unter der »Erosion des Glaubens«, von der Papst Franziskus spricht, leiden. Wir wissen: Unsere Heimatländer sind Missionsländer geworden. Wir sind bereit für Mission. Wir wünschen, dass unsere Länder zu Jesus finden. Wir laden alle ein, die sich verbindlich mit uns hineinbegeben wollen in eine Welle des Gebets. Wir möchten diejenigen zusammenführen, die den Mut zu ungewöhnlichen Schritten haben. »Das Gebot der Stunde«, sagt auch Papst Franziskus, »ist die pastorale Neuausrichtung, also dafür zu sorgen, dass die Strukturen der Kirche alle missionarischer werden, dass die gewöhnliche Seelsorge in all ihren Bereichen expansiver und offener ist, dass sie die in der Seelsorge Tätigen in eine ständige Haltung des ›Aufbruchs‹ versetzt und so die positive Antwort all derer begünstigt, denen Jesus seine Freundschaft anbietet«. (Evangelii Gaudium, 27) Was, so frage ich mich, sind für unsere Sacré Coeur-Gemeinde die ungewöhnlichen Schritte? Weiterlesen

Irrtümer – Vierzehnter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Geistige Reduktion erzeugt Ideologien

Der Irrtum beginnt mit der geistigen Reduzierung. Wenn die Marxisten alles auf die wirtschaftlichen Bedingungen reduzieren, verfallen sie einer Ideologie. Wenn Rassisten alles auf die Genetik reduzieren, gehen sie in die Irre. Wenn Zeugen Jehovas alles auf einige Bibelsätze reduzieren, verfehlen sie die Wahrheit. Wenn orthodoxe Juden oder Moslem die Evolution ablehnen, sind sie blind für den Heiligen Geist, der uns Wissenschaft treiben lässt. Wenn Atheisten und Naturalisten alles auf die Wissenschaft reduzieren, bleiben sie im Irrtum. Wie arm wäre unsere Welt, wenn wir nicht offen wären für die liebenden Propheten der Nacht, die Nelly Sachs erwähnt: Wenn die Propheten einbrächen durch Türen der Nacht, … mit ihren Worten Wunden reißend in die Felder der Gewohnheit, … und ein Ohr wie eine Heimat suchten – Ohr der Menschheit du nesselverwachsenes, würdest du hören? … Wenn die Propheten aufständen in der Nacht der Menschheit wie Liebende, die das Herz des Geliebten suchen, Nacht der Menschheit würdest du ein Herz zu vergeben haben? Weiterlesen

Was empört dich? – 3. Sonntag der Fastenzeit, Lesejahr B

die älteste Schneekugel im Wiener Schneekugelmuseum, ca. 1920, © ÖBL

Die älteste Schneekugel im Wiener Schneekugelmuseum, ca. 1920, © ÖBL

Der Tempel von Jerusalem war der Ort der Gottesbegegnung, an dem die Herrlichkeit Gottes wohnte. Die Armen mussten dort oft ihr letztes Geld geben.
Er wird oft mit einem Wallfahrtsort verglichen, an dem ich nicht nur bete, sondern auch meiner Frau Lebkuchenherzen und meiner Enkelin Schneekugeln kaufe. Die Händler sind aber nicht zu vergleichen mit den Geldwechslern und Opfertierhändler in Jerusalem. Wenn ein Jude unrein war, musste er ein Opfer bringen. Das war lebensnotwendig, um in der Gemeinschaft weiterleben zu können. Schneekugeln sind nur Andenken. Die Opfertiere waren keine Andenken, sie waren notwendig und konnten nur mit Tempelwährung bezahlt werden. Die Geldwechsler und Tierhändler bereicherten sich in unverschämter Weise an den Armen, die sich mit einem Opfer reinigen mussten. Die Tempel in der Antike waren ähnlich den heutigen Banken. Heute ist die Wall Street in New York die größte Wertpapierbörse der Welt. Täglich werden bis zu 8 Milliarden Dollar gehandelt.
Jesus verteibt die HändlerFür Jesus war der Bankbetrieb am Tempel von Jerusalem wie eine „Räuberhöhle“. Der Ort sollte ein Haus des Gebetes sein. Vielleicht bereichert sich heute auch jemand in unverschämter Weise an den Armen. Aber ob die Börsen ein Ort des Gebetes sein sollen ist mir nicht klar. Weiterlesen

Die Zeit ist reif – am 3. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Brachte Jesus etwas Neues in die Welt? Freunde sagen zu mir: Warum müssen wir die alttestamentlichen Lesungen hören? Da geht es ja so gewalttätig zu. Jesus sagte doch: „Zu den Alten ist gesagt worden, ich aber sage euch…“ Jesus verkündet doch eine liebevollere Botschaft als im Alten Testament. Zur Verteidigung des Alten Testaments kann ich anführen, dass sich Gott am Berg geoffenbart hat und auf die Frage von Moses sagte: Ich bin der ich da bin. Dadurch wissen wir, dass er der einzige Herr und Gott ist. Und Jesus? Ist er Gott? Um ihn zu verstehen ist der alttestamentliche Hintergrund hilfreich. Jesus tritt nicht wie die alttestamentlichen Propheten auf, die eine Botschaft von Gott überbringen. Jesus tritt mit einer Ansage auf, die weit darüber hinausgeht: „Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat“. Das heißt, er ist Herr über dem mosaischen, jüdischen Gesetz. Das kann nur Gott selber sein.
Jesus bringt uns nicht wie die Propheten eine Botschaft von Gott, sondern er bringt sich selber zu uns. Er kann das, weil er Herr und Gott ist. Romano Guardini, den ich gerne lese, denkt, dass er vorrangig nicht über andere Herr ist, sondern in sich Herr ist. Seine Herrschaft ruht in ihm. Er muss niemanden beweisen, dass er der Herr ist. Er zeigt es einfach. Dadurch wird die Zeit reif und erfüllt von der Gegenwart Gottes.
Das erklärt auch, dass er bei der Berufung der Fischer, wie es im Sonntagsevangelium zu hören ist, nur zwei Sätze sagen muss: „Kommt, folgt mir nach. Ich werde euch zu Menschenfischer machen.“ Er lässt ihnen die Freiheit sich für oder gegen ihn zu entscheiden. Die Jünger entscheiden sich sofort. Für Jesus. Alle Menschen sollen wissen, dass die Zeit kurz und erfüllt von der Gegenwart Gottes ist. Weiterlesen

Alles Gute im Neuen Jahr! Am Sonntag der Heiligen Familie, Lesejahr B

Danke, Gott, die Kinder in Tirol entgingen dem Felssturz.
Wenige Minuten vor dem gewaltigen Felssturz in Vals, Tirol hatten mehrere Kinder die betroffene Stelle auf dem Weg zur Christmette passiert. Sie und auch andere Bewohner des Tales blieben unverletzt. Auf Bildern ist zu sehen, dass die Geröllmassen genau zwischen zwei Siedlungen niedergegangen waren. Ich kann Gott nur danken.
Einsam mit Gott?
In der Telefonseelsorge rufen viele Menschen an, die vereinsamt sind. Sie klagen, dass sie niemand haben, der mit ihnen spricht. Ich kenne aber auch Menschen, die bewusst in die Einsamkeit gehen, damit sie mit Gott in Beziehung kommen. Klöster bieten dazu Möglichkeiten des Rückzuges an (Göttweig, Irdning).
Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass mich die Beziehung zu Gott von Angst, Schuld und Ohnmacht befreit.
Der Sonntag nach Weihnachten ist der Heiligen Familie geweiht und dieses Jahr ist der Sonntag der letzte Tag im Jahr, der Altjahrstag. Auch ein Grund, im Rückblick Gott zu danken. Weiterlesen