Er schreit: Wahnsinn! am 4. Sonntag im Jahreskreis

Mir ist jetzt etwas Unheimliches passiert. Ich wollte gerade von jemandem berichten, der eine unheilbare Krankheit hat. Er kann nur einige Worte sprechen und wiederholt immer das Wort: „Wahnsinn“. Zu allem, was er ausdrücken will, sagt er „Wahnsinn“. Wie ich aber gerade diese Sätze schreibe, drücke ich eine falsche Taste auf meinem Computer und eine Stimme liest mir diesen Text vor! Es war unheimlich. Ich wusste nicht, wie ich diese Stimme (es war eine weibliche, englischsprachige) abstellen konnte. Ich habe das Dokument nur schnell abgespeichert und geschlossen. Als ich es wieder aufmachte, war die Stimme weg.
Jesus erlebte so etwas Wahnsinniges viel intensiver, als ein Mann ihn anschrie: „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!“ Diese Stimme kam nicht aus einem Computer, sondern von einem Menschen, der voller Angst war.

Hier kommt die gute Nachricht zum Sonntag: Jesus schafft Ordnung im Chaos
Die Unreinheit war für die Juden der damaligen Zeit ein Horror. Unreine Geister noch vielmehr. Der Geist des Mannes in der Synagoge sagte die halbe Wahrheit und machte allen Angst. Jesus nahm die Angst.
In Kafarnaum ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa. (Evangelium nach Markus 1,21-28)
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Wir laden ein:
4. Sonntag im Jahreskreis, 28. Jänner 2018, 9:00, Gottesdienst + SC Kaffee im Barat-Saal
Unser Diakon Wolfgang Aumann schreibt: Liebe ALLE, an diesem Sonntag feiert – am Tag genau – emer. Domdekan Karl Rühringer – seinen 77.Geburtstag! Er wird die Hl. Messe um 9 Uhr bei uns und mit uns feiern. Sein Wunsch ist eine gewöhnliche „Orgelmesse“. Dr. Gerhard Tucek wird Orgel spielen. Wir singen nicht „als Chor“. Trotzdem möchte ich euch einladen, die Hl. Messe mitzufeiern und den Gesang „als Volk“ mitten „im Volk“ mitzutragen. Liebe Grüße und eine schöne Woche! Wolfgang Aumann.
Darstellung des Herrn im Tempel ist am Freitag, 2. Februar 2018.
5.Sonntag im Jahreskreis, 4. Februar 2018, 9:00, Gottesdienst + SC Kaffee im Barat-Saal
6. Sonntag im Jahreskreis, Faschingssonntag, 11. Februar 2018: Messgestaltung mit Chor + Instrumentalisten – so wie immer.
Faschingsdienstag, 13. Februar 2018 ab 18 Uhr – Herzliche Einladung zu einem gemütlichen Faschingskehraus im Baratsaal: bissl plaudern bissl jausnen – jeder nimmt a bissl was zum Essen und Trinken mit – gegen 2100 – 21,30: Ende und in der Kirche schlichte Aschenkreuzfeier zum Beginn der Fastenzeit. Wolfgang Aumann.
Aschermittwoch 14. Februar 2018
1. Sonntag in der Fastenzeit 18. Februar 2018
2.
Sonntag in der Fastenzeit 25. Februar 2018
3.
Sonntag in der Fastenzeit 4. März 2018
4. Sonntag in der Fastenzeit = Laetare 11. März 2018 – Messgestaltung mit Chor + Instrumentalisten – so wie immer
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1.Lesung aus dem Buch Deuteronomium: Gott wird einen Propheten berufen.
Große Verkündiger der Botschaft Gottes erkennt man daran, dass sie von ihrer eigenen Person absehen können, dass sie hinter dem Wort Gottes zurücktreten, damit es selbst zur Wirkung kommt und nicht der Verkündiger seinen Auftritt hat:
Mose sprach zum Volk: Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören. Der Herr wird ihn als Erfüllung von allem erstehen lassen, worum du am Horeb, am Tag der Versammlung, den Herrn, deinen Gott, gebeten hast, als du sagtest: Ich kann die donnernde Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht noch einmal hören und dieses große Feuer nicht noch einmal sehen, ohne dass ich sterbe. Damals sagte der Herr zu mir: Was sie von dir verlangen, ist recht. Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm auftrage. Einen Mann aber, der nicht auf meine Worte hört, die der Prophet in meinem Namen verkünden wird, ziehe ich selbst zur Rechenschaft. Doch ein Prophet, der sich anmaßt, in meinem Namen ein Wort zu verkünden, dessen Verkündigung ich ihm nicht aufgetragen habe, oder der im Namen anderer Götter spricht, ein solcher Prophet soll sterben. (Bibelwerk: Dtn 18,15-20)
2. Lesung aus dem ersten Brief des Apostel Paulus an die Korinther: Ich sage das zu eurem Nutzen.
Paulus schrieb Mitte der 50er Jahre des ersten Jahrhunderts in Ephesus Antworten auf Fragen, die ihm die Korinther geschickt haben. Eine Frage war, ob man nicht ledig bleiben sollte und alle Kräfte bündeln im Einsatz für das Evangelium. Paulus wiegt die Argumente ab.:
Ich wünschte, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen. Das sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen könnt. (1 Kor 7,32-35)

Informationen
Zehn Tage Kontemplative Exerzitien und Tage der Stille 2018 im Kapuzinerkloster Irdning
Fünf Tage Schweigeexerzitien im Stift Göttweig
Mission Manifest 10 Thesen für das Comeback der Kirche
Tagesevangelium der Erzabtei St. Martin in Beuron
Evangelium Tag für Tag, für Handys gibt es davon eine APP (Evangelizo).
Die Gottesdienst-App „1000 Kirchen“ gibt es kostenlos in den App-Stores der Handys und Tablets. 1400 Kirchen in Wien, Weinviertel und Industrieviertel von NÖ mit ihren Gottesdiensten.
Die Bischöfe Österreichs laden ein, jeden Tag für einen Jugendlichen zu beten.
Lesungen und Evangelium des Sonntags und der Feiertage im Bibelwerk.

Liebe Grüße und für dich: Ordnung im Chaos!
Hannes Daxbacher
Sacré Coeur Cafétier und Ostiarius
Katholische Gottesdienstgemeinde Sacré Coeur, 3021 Pressbaum, Klostergasse 12, Österreich

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Gesund durch Beziehung: Die gute Nachricht zum 5. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

HeilungIn Kafarnaum, einem Ort am See Genesaret, lehrte er in der Synagoge und heilte einen seelisch Kranken. In diesem Ort wohnten auch Simon und Andreas mit ihren Familien. Es war Sabbat. Jakobus und Johannes kamen mit Jesus in ihr Haus, wo die Schwiegermutter des Simon mit Fieber im Bett lag. Sie sprachen mit Jesus über sie. Er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr. Die Berührung machte sie gesund. Sein Aufrichten half ihr. Ihre Antwort war, dass sie für die Gruppe sorgte.
Am Ende des Sabbats, als es dämmerte, brachte man alle körperlich und seelisch Kranken zu Jesus. Er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten und „trieb viele böse Geister aus“. Für uns Europäer ist der Geisterglaube sehr fremd. Geister kommen eher in Horrorfilmen vor. Nun gibt es auch heute Menschen, die seelisch krank sind, die Stimmen hören und diesen antworten, die Personen sehen, die andere nicht sehen. Man kann durchaus davon ausgehen, dass Jesus seelisch kranke Menschen in Kafarnaum geheilt hat. Die schlechten Geister wären dann Ausdrucksformen der seelischen Krankheiten, die durch eine neuartige Beziehung zum liebenden Gott geheilt werden. Jesus sagt dabei öfters: deine Absonderung (ein anderes Wort für Sünde) ist dir vergeben und dein Vertrauen (eine Form des Glaubens)  hat dich geheilt. Diese seelischen Krankheiten werden durch die neue Beziehung zum Mittler Jesus geheilt. Sie sind Reaktionen auf eine schlechte Beziehungskultur, die durch die neue Beziehung zu Jesus und Gott geheilt werden.
Jesus verbot den schlechten Geistern zu reden, weil er noch am Anfang seiner Sendung stand. Am Tag davor schrie ein Kranker: „Ich kenne dich. Du bist der Heilige Gottes.“ Darauf befahl ihm Jesus zu schweigen. Jesus wollte nicht von anderen, sondern nur von seinem Vater seine Identität bekommen.
Die nächste Nacht war kurz. Noch bevor es dämmerte stand er auf und ging an einen einsamen Ort um zu beten. Wir wissen von anderen Stellen der Evangelien, dass er seinen Vater mit einem familiären „Abba“ anredete. Von ihm bekam er die Erfahrung „Du bist mein geliebter Sohn.“ Was Gott-Vater von ihm wollte, wurde in den nächsten Stunden klarer.
Simon und seine Begleiter suchten ihn und als sie ihn fanden informierten sie ihn über die Erwartungen der Kafarnaumer Bevölkerung: „Alle suchen dich.“ Jesus aber wollte die Erwartungen der Leute nicht erfüllen, sondern den Willen des Vaters tun. Er sagte: „Lasst uns anderswo hingehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige. Denn dazu bin ich gekommen.“ Er zog durch ganz Galiläa, predigte und trieb die schlechten Geister aus. Er wusste jetzt, wozu er gekommen ist.
Das Sperrige an der Geschichte ist die Praxis der Vertreibung der „bösen“ Geister. Die Kranken litten anscheinend sehr unter diesen schlechten Geistern, die sie fest im Griff hielten. Sie waren Ausdruck der miesen Beziehungskultur. Viele bezogen ihre Identität nicht von Gott, sondern vom Vergleich mit anderen und der Abgrenzung zu anderen. Dieser Vergleich mit anderen führte zu Selbstgerechtigkeit, Hochmut, aber auch zu Neid und Egoismus. Diese Unkultur lässt Menschen an Neurosen und Psychosen erkranken. In so eine neurotische und psychotische Gesellschaft kam Jesus mit seiner guten Nachricht: Gottes Reich ist nahe, Gott erbarmt sich seines Volkes. Richtet euch nach ihm aus.
Für uns in Europa bedeutet das, dass wir krank werden, wenn wir unsere Identität durch Vergleich und Abgrenzung bekommen. Wir können uns von der Unkultur befreien lassen, wenn wir unsere Identität von Gott und Jesus beziehen. Unsere europäischen Gesellschaften werden neurotischer und psychotischer, wenn wir uns nicht wie die Kranken von Jesus heilen lassen. Danach sollten wir uns ein Beispiel an der Schwiegermutter des Simon nehmen und für die Menschen um uns sorgen.

Lesejahr B, 5. Sonntag im Jahreskreis, Mk 1, 29-39