Himmlische Hochzeit – Zweiter Sonntag im Jahreskreis Lesejahr C

Bischof OverbeckIch freute mich, als ein Mann mir erzählte, er gehe in die Kirche, weil er so dankbar ist, dass es uns so gut geht. Ich freue mich auch, dass der Bischof von Essen nach neuen Wegen sucht, wie Menschen mit Gott in Berührung kommen können. Er spricht in seinem „Wort des Bischofs“ von einer Zeitenwende der katholischen Kirche. Priesteramt, Hierarchie, Zölibat, Frauenamt und Sexualmoral stehen auf der Tagesordnung. Ich bin neugierig, wohin uns der Geist Gottes führt. Overbeck bittet darum, „in diesen schwierigen Zeiten achtsam und sehr behutsam miteinander umzugehen.“ Bischof Franz-Josef Overbeck bemerkt großes Interesse an christlichen Inhalten und eine Sehnsucht nach religiöser Erfahrung. Innerhalb der Kirche wachsen Offenheit und Ehrlichkeit.
Ich freu mich schon auf unseren Gemeindegottesdienst, wo ich mit Gott in Berührung kommen kann und wir behutsam miteinander umgehen. Weiterlesen

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Erfüllt mit Begeisterung – Sonntag Taufe des Herrn im Lesejahr C

Blaise PascalEs muss ein überwältigendes Erlebnis gewesen sein, das der große Mathematiker und Physiker Blaise Pascal hatte. Er schrieb es auf und nähte es in seinen Rock. Seine Verwandten fanden es nach seinem Heimgang. Er notierte: Jahr der Gnade 1654, Montag, den 23. November, Tag des heiligen Klemens, Papst und Märtyrer … Seit ungefähr abends zehneinhalb bis ungefähr eine halbe Stunde nach Mitternacht. Feuer, „Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs“, nicht der Philosophen und Gelehrten. Gewissheit, Gewissheit, Empfinden: Freude, Friede. Gott Jesu Christi.
Ein ähnliches außergewöhnliches Erlebnis muss Jesus gehabt haben, als er sich von Johannes taufen ließ. Der Himmel öffnete sich, der Heilige Geist floss auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn. Das hat Auswirkung.
Johannes erklärt, dass der Messias uns mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen wird. Ich werde also mit Begeisterung erfüllt und in meinem Herzen wird die Liebe entzündet. Darauf warte ich. Weiterlesen

Durch den Tod zum vollen Leben – Drei Königssonntag im Lesejahr C

Die Sterndeuter sind wie die Könige - und eine Königin ist dabei -, die sich vor dem göttlichen Erlöser niederknien.

Die Sterndeuter sind wie die Könige – und eine Königin ist dabei -, die sich vor dem göttlichen Erlöser niederknien.

In letzter Zeit sind in meiner Umgebung einige gestorben und einige haben eine sehr schwere Erkrankung bekommen. Ich frage mich, wie man weiterlebt, wenn der Tod plötzlich so nahe rückt. Der Dramatiker Christoph Schlingensief setzte sich intensiv mit seiner Krebserkrankung und mit Unsinn und Sinn des Glaubens auseinander. Er schimpfte auf Gott und dann sagte er wieder: “Dann hab ich die Kommunion empfangen und habe Gott und Jesus und Maria um Erlösung gebeten. Schon auf dem Weg nach Hause habe ich gemerkt, dass ich ruhiger war. Zuhause habe ich mich ins Wohnzimmer gelegt und bin entspannt eingeschlafen.“ Mich berührt, dass er um Erlösung bat. Ich möchte so gern, dass wir von Krankheit und Tod befreit werden. Da bin ich nicht allein. Vielleicht hatten die Sterndeuter, die zum Kind in Betlehem kamen, auch den Wunsch nach Erlösung.
Zu Silvester gab es zum Tod ein Gespräch in meinem Freundeskreis. Wir waren uns einig, dass der Tod eine Lücke in das Leben reißt. Ich bin mir sicher, es gibt einen Ausweg. Gott hilft uns hinüber. Seine Liebe ist stärker als der Tod. Er hilft zum vollen Leben.

Wir laden ein:
Heilige Drei Könige – Sonntag, Erscheinung des Herrn oder griechisch Epiphanie, 6. Jänner 2019, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee
Taufe des Herrn – Sonntag 13. Jänner 2019, 9:00 Gottesdienst + Sacré Coeur Kaffee Weiterlesen

Die Kirche reicht in das Jenseits – Sonntag der Heiligen Familie im Lesejahr C

Warum gehe ich am Sonntag in die Kirche? Ich liebe Gott. Ich fühle mich hingezogen. Aber ich habe mich auch dafür entschieden. Es gibt für mich gute Gründe, am Sonntag in die Kirche zu gehen. Ich nenne einmal drei. 1. Es ist wahr: Gott erschuf das Universum, gab der Natur Ziele und beschenkte uns mit seinem Sohn. Mit ihm als Grund kann ich mein Lebenshaus bauen. Der Gottesdienst vermittelt mir dies. 2. Sein Sohn nahm uns in seine Familie, die Kirche auf, die in das Jenseits reicht. Nach unserem Tod werden wir am himmlischen Mahl teilnehmen, ähnlich wie wir es jeden Sonntag machen. 3. Mein persönliches Gebet vereinigt sich mit dem Gottesdienst-Gebet der Kirche. Ich stimme mich ein auf diese göttliche „Liturgie“, die meiner Seele Licht, Freiheit und seelische Gesundheit gibt und mich vor Chaos, Unfreiheit und seelischer Krankheit bewahrt.
Ich danke Gott dafür, dass er uns den Sonntag und den Gottesdienst geschenkt hat. Weiterlesen

Es bricht eine andere Welt herein – Heiliger Abend und Christtag Lesejahr C

Das Licht Gottes: Ein Kind in der Krippe

Das Licht Gottes: Ein Kind in der Krippe

Ich liebe diese Hirten, die auf dem Feld Nachtwache bei ihrer Herde hielten. Dass ein Engel kommt und der Glanz Gottes sie umstrahlt, war für sie nicht vorhersehbar. Denn das war etwas entgegen aller bekannten physikalischen Gesetze und die Hirten waren arm, aber nicht blöd. Dass ihnen ein Engel erscheint, konnten sie in ihren kühnsten Träumen nicht erwarten. Ich kenne Mitmenschen, die solche Engelerscheinungen nicht wollen. Sie wollen, dass alles planbar bleibt. Wenn Engel erscheinen, dann bricht eine andere Welt herein und vieles ist nicht mehr verfügbar und kontrollierbar. Ich wäre auch fassungslos, wenn der Glanz Gottes um mich herum strahlt. Ich weiß nicht, ob mich der Engel mit „Fürchte dich nicht!“ beruhigen könnte. Auch nicht mit dem Zweiten: „Ich verkünde dir eine große Freude. Heute kommt Gottes Sohn.“ Ich wäre tief erschüttert. Der große Theologe Romano Guardini kniete allein schon bei solch einem Gedanken vor Anbetung nieder. Vielleicht sollte ich doch das Unerwartete erwarten. Vielleicht sollte ich doch zur Krippe gehen. Weiterlesen

Er hüpft mit uns 4. Adventsonntag im Lesejahr C

Maria und Elisabet freuen sichIch freue mich. Wenn Beziehungen auseinander gehen kommt es vor, dass man einer Seite die Schuld gibt. Umso mehr freue ich mich, als eine Bekannte erzählte, dass sie sich aufmachte und eine Verwandte mit ihrer Tochter besuchte. Sie musste sich sicher überwinden. Aber es wurde eine schöne und gute Begegnung.
Als Maria aus Nazaret ihre Verwandte besuchte, hüpfte das Kind im Bauch der schwangeren Elisabet. Das „Hüpfen“ des kleinen Johannes wird meistens einfach als Kindsbewegung gedeutet. Das Hüpfen und die große Freude sind aber die einzig angemessene Reaktion auf das Kommen von Christus. So hüpfen die Widder, die Berge und auch die Menschen. Die Lukasgemeinde erinnert sich an das Hüpfen gerade dann, wenn andere sie hassen: „Freut euch und hüpft an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein.“
Ich freue mich, wenn ich andern helfen kann. Ich bin aber schon lange nicht vor Freude gehüpft. Vielleicht kommt das wieder. Nachtrag: Ich werde doch zur Krippe gehen müssen. Weiterlesen

Er staucht die Zeit 3. Adventsonntag im Lesejahr C

Die dritte Kerze kann ich am Adventkranz entzünden. Gottes Feuer ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Die Griechen kannten zwei Arten von Zeit. Die eine war der Chronos, die Zeit, die nacheinander verläuft und von den Uhren angezeigt wird. Die andere war der Kairos, die Zeit des Augenblickes. In der Zeit dieses Kairos, in der Zeit des Jetzt, verbindet sich das Jenseits mit dem Diesseits, Gott mit dem Universum, Himmel und Erde. Wenn der Dornbusch bei Moses brennt und nicht verbrennt, wenn das Feuer bei Johannes dem Täufer nicht verlöscht, dann ist die Zeit des Kairos, die Zeit des Augenblicks. Die andere Zeit, die Zeit des Chronos, die Zeit der Uhren, schrumpft auf das Jetzt. Die Zeit zwischen Urknall und Ende des Universums staucht sich auf den Augenblick, in dem Jesus Christus anwesend ist. Auch sein ganzes Leben zwischen Zeugung und Auferstehung ist in diesem Jetzt versammelt und uns ganz nahe. Im Augenblick spüren wir seine Liebe. Weiterlesen